Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Cad Cas 254

dies. Art.): diese verließ er aber nachher mit seiner Gemalin Har-monia (bei deren Vermählung alle Götter zugegen gewesen warenund Apollo mit seinen Musen die Mußt dabei übernommen hatte)und ging zu den Enchelienscrn, welche ihm die Oberherrschaft über-trugen. Allletzt sollen beide von Jupiter in eine Schlange verwan-delt und nach Elysium versetzt worden seyn. Das Wahre dieser Ge-schichte ist wohl, daß Cadmus aus Phönicicn nach Böotien kam,hier die sich widersetzenden Einwohner besiegte und dann mit ihnenzugleich die oben genannte Stadt anlegte. Cadmus machte sich übri-gens um die Bildung seiner neuen Unterthanen sehr verdient: erlehrte sie die Pbönicischc Buchstabenschrift, die Verehrung mehrererGottheiten, besonders des Bacchus und der Aphrodite; die ersteAnwendung der Musik bei den Gdtterfesten durch die Priester; fer-ner den Gebrauch des Kupfers u. s. f.

Caducöus war ein Lorbeer- oder Olivenstab, um den sichzwei Schlangen wanden, die ihre Köpfe einander zukehrten, ohneden Kamm zu sträuben, und dienten zu einem Sinnbilde des Frie-dens. Ihn trugen die Herolde, deren Person dann selbst den Fein-den heilig und unverletzlich war. Die Fabel erzählt: Apollo schenktediesen Stab dem Merkur für die Abtrerung der Ehre, die Leier er-funden zu haben. Als Merkur mit demselben nach Arkadien kam,sah er zwei mit einander kämpfende Schlangen; er warf den Stabunter sie, und sogleich gingen sie friedlich auseinander; daher warder in der Folge das Svmdol des Friedens. Wen Merkur damit! berührte, sank in einen tiefen Schlaf; und kurz, es war eine sehrhohe Kraft in demselben. Eben daher heißt auchMercurCaducifer.

Caduk beißt eigentlich verfallen, hinfällig; jedoch in den Rech-ten, namentlich in dem Lehnrechte hat eS die Bedeutung, daß eSvon solchen unbeweglichen Gütern gesagt wird, welche dem Lands-und Lehnherrn durch Felonie, Erblosigkeit oder andere Umstände an-heim fallen.

Cäcilia, eine Heilige, die Erfinderin, wenigstens Patronin,der Orgel. An ihrem Festtage wurden ihr zu Ehren zu Paris, wiein andern großen Städten, vorzügliche Musiken aufgeführt. Siewar eine Römerin, und Verlobte des Valerian, eines heidnischenJünglings, blieb aber nicht blos Jungfrau, sondern bekehrte auchden Valerian nebst seinem Bruder zur christlichen Religion, undstarb mit diesen beiden im Jahr 220 den Märtirertod.

Cäsar (Cajus Julius). Dieser große Römer, unstreitig einerder größten Menschen, die es gegeben, wurde zu Rom im 98. Jahrevor Christi Geburt geboren, und 4z Jahr vor Chr. Geb. ermordet.

! Er stammte aus der berühmten Familie der Juli er. Er war groß,

! von weißer Haut, lebhaften Augen, und einem schonen Gesicht;dabei war er am Vorderhanpte kahl (ein Fehler, den er in der Folgedurch einen Lorbeerkranz verbesserte). Er war gewandt in allen Ar-ten von Uebungen, unermüdet im Arbeiten, tapfer, stolz, voll vonEntwürfen, prächtig und freigebig bis znr Verschwendung- SeineBeredsamkeit war äußerst einnehmend; überhaupt war er Meister inder Kunst, die Herzen zu erobern, welche er als die Grundlage sei-nes Plans, sich zum Herrn der Welt zu machen, betrachtete. DerDictator Sylla sah seine Entwürfe voraus; er wollte ihn in seinerJugend umbringen lassen; und als er endlich den Bitten seinerFreunde nachgab, und ihm das Leben ließ, sagte er, „der, für den»hr euch so sehr verwendet, wird einst die Republik zu Grunde rich-