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Anordnungen, und was neck mebr war, er hielt auch darüber. Seinalles umfassender Geist erstreckte sich bis auf die kleinsten Theileseines Reiches. Aus seinen Gesetzen leuchtet überall eine Klugheithervor, die alles voraussieht und eine Starke, die alles mit sich fort-reißt. Aller Dorivand, sich seinen Pflichten zu entziehen, ward ausdem Wege geräumt, die Nachlässigkeit gestraft, der Mißbrauch gebes-sert, oder gleich von weiten aufgehalten. Er wußte, wie man stra-fen, und noch besser, wie man verzeihen mußte. Tief in seinen An-schlägen, und einfach bei ihrer Ausführung, verstaub niemand sovollkommen die Kunst, die größten Sachen leicht und die schwerstengeschwind auszurichten. Ohne Aufhören durchlief er fein weiklauf-tiges Reich, und half ihm überall auf, wo es sinken wollte. Ueberallkamen neue Händel in den Weg, und überall that er sie augenblick-lich ab. Kern Prinz vermied die Gefahren geschickter, wenn siedrohten, und keiner bot ihnen herzhafter die Stirne, wenn sie dawaren. Ueber persönliche Gefahren setzte er sich ganz hinweg, ab-sonderlich über die, welche so gern Eroberer zu treffen pflegen, ichmeine die Verschwörungen. Dieser bis zum Verschwenden freige-bige Fürst war gleichwohl außerordentlich mäßig, sanft in seinemCharakter und einfach in seinem Betragen, war er die Seele seinerHvfleute. Vielleicht liebte er das Frauenzimmer zu sehr; aber einFürst, der alles allein regierte, und sein Leben in Arbeit und Ge-schäften zubrachte, kann einige Nachsicht mehr verdienen. Sein Auf-wand war äußerst ordentlich eingerichtet und bei Verwaltung feinerDomainen ging er so klug als aufmerksam und wirthschaftlicb zuWerke. Seine Gesetze sind so beschaffen, daß ein Hausvater die Ver-waltung seines Hanswesens daraus lernen könnte. In seinen Ca-pitularicn findet man die reine nyd geheiligte Quelle, aus welcherer seine Reichthümer nahm. Nur noch ein Wort will ich von ihmsagen: Er ließ die auf den Höfen seiner Domainen eingekommenengelegten Ainscier und die nützlichen.Kräuter aus seinen Gärten ver-kaufen. Das that dieser Fürst, der alle Reichthümer der Longvbar-den, und die unermeßlichen Schätze, welche die Hunnen zusammengeplündert hatten, unter die Nation vertheilt hatte."
Carl (Theodor Anton Maria), Cämmerer von Worms, (diesrst der eigentliche Geschlechtsnafiie der Dalberge) Reichsftetherrvon und zu Dalberg; Gropherzog zu Frankfurt, wurdeden 8. Febr. 1744 zu Herrnsheim bei Worms auf dem Stammhau.sedes Dalbergischen Geschlechts Mannheimer Linie geboren. Schon inseinen frühern Jahren wurde er Domicellar bei dcm Erzstiste Mainzund den Hochstistern Würzburg und Worms. Im Erster» wurde erhernach Capitularherr und in den beiden anderen Domherr. . 2 >nJahr 1772 ernannte ihn der Kurfürst von Mainz zum wirklichenGeheimenrathe und Statthalter zu Erfurt, wo er auch Präsident derKur-Mainzischen Akademie nützlicher Wissenschaften wurde, derenVersammlungen er fleißig beiwohnte und öfters gelehrte Abhand-lungen vorlas. Im Jahr 1787 wurde er Coadjutor des hohen Erz-stiftes und Kurfürstenthums Mainz und des Hochstifts Worms,und 1788 Coadjutor von Cvnstanz, wie auch Erzbischof von Tarius.i7yy gelangte er zur Regierung -es Hochstifts Cvnstanz, wurde Fürst-bischof daselbst und krcisausschreibender Fürst von Schwabe». 1802wurde er nach dem Tode Friedrich Carl Josephs, Kurfürsten vonMainz, Kurfürst und Erzkanzlcr des heil. Römischen Reichs undkam rn den Besitz von Regenöburg und Aschaffenburg. Seit 1800