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-war. Als er Wieder fortging, gab ihm ein sehr artiges junges Frauen-zimmer dirs Geleite. Sie gefiel ihm, allein das Frauenzimmerwollte ihm die Freiheiten, die er sich mit ihr erlauben wollte, nicktgestatten. Diese Weigerung soll einen so starken Eindruck auf ihngemacht haken, daß er das schöne Geschlecht auf immer von seinerGesellschaft und von seinen Vergnügungen ausschloß.
Carl der Große, ein Sohn Pipins, Königs der Frankenund Deutschen, wurde im Jahr 742, nach einigen anf dem SchlosseJnaelheim bei Mainz, nach andern auf dem Schlosse Salzburg inOber-Barern geboren, und starb im Jahr 814 zu Aachen, wo manfein Grabmahl zeigt. Alles war groß an ihm. Er hatte einen ho-hen Wuchs, aroße lebhafte Augen, ein heiteres offnes Gesicht undeine Adler-Nase. Nach dem Tode seines Laters erhielt er Austra-lien und Neristrren, nebst einigen Provinzen vom alten Germanien,und nach dem Tode seines Bruders Carloman wurde er als Kö-nig der- ganzen Fränkischen Monarchie anerkannt. Seine erste» Un-ternehmungen waren gegen die Sachsen gerichtet. Es wurden jedochdreißig Jabre erfordert, ehe es ihm gelang, diese tapfere Nation,an derenKpitzeW ittekin d focht, ganz zu unterjochen. Die Sach-sen waten die einzigen seiner Feinde, gegen die er sich grausamzeigte. Daneben focht er in Italien, wohin er dem Papst zu Hülfeeilte, wie auch in Svanien. Im Jahr 800 wurde er vom PapstLeokll. zum Kaiser des Occidents gekrönt, welche Würde im I.47 ü mit Augustnlns zu Grunde ging. Sein Name erfüllte die Erbe.Die Kaiser des Orients bewarben sich um seine- Freundschaft. Erwar gleich groß im Friede» als im Kriege; ein eben so weiser Ge-setzgeber, als ein großer Eroberer. Seine rastlose Thätigkeit, ver-möge der er sein großes Reich (welches aus ganz Gallien, einerProvinz von Spanien, dem festen Lande von Italien bis nach Be-uevent, ganz Deutschland, den Niederlanden und einen Theil vonUngarn bestand) ohne Unterlaß selbst durchreiste; seine weisen Ge-setze, welche für seine Zeit bewundernswürdig waren; seine Beschüz-zung der Wissenschaften werden ihm stets eine Stelle unter den er-ste» Regenten versichern. „Carl war ein großer Mann," sagt derVerfasser des Fürstenbnndes, „die Deutsche Nation hat gegen dieHelden des Alterthums vorzüglich ihn und Friedrich. Nicht weniger»roß als der Fürst, war in ihm der Mensch. Eine» schönen häus-lichen Zug von ihm liefert die bekannte, wiewohl freilich nicht ganzerwiesene Geschickte seiner Tochter Emma. Ueberhanpt wußte ersich große Liebe zu erwerben. Ich schließe mit der Schilderung, dieMontesquieu von ibm macht, und welche zugleich dasjenige enthält,was von diesem großen Manne hier noch zu sagen übrig ist: „Carlder Große war bemüht, die Macht des Adels i» Schranken z»halten, und die Unterdrückung der Geistlichkeit nnd der freien Leutei» verhindern. Er wußte ein solches Gleichgewicht unter die Ständedes Reichs zu bringen, daß der eine dem andern die Wage hielt,er selbst aber Herr blieb. Sein unermüdeter Geist brachte alles ingeschickte Vereinigung. Er führte seine» Adel von einem Feldzugerum andern, und liest ibm keinen Augenblick Zeit, eigne Anschlageauszusinncn, indem er ihn immer damit beschäftigte, die seinigcnausführen zu helfen. Das Reich erhielt sich durch die Größe seinesOberhauptes, der als Fürst groß, und als Mensch noch größer war.Die Könige, seine Söhne, waren seine ersten Unterthanen, Gehülfenseiner Macht und Muster des Gehorsams. Er machte vortreffliche