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für sie noch trauriger seyn, denn naeb einigen vorn Kaiser lüiigewor,fenen Aeußerungen konnte man eine Veränderuna in der angeordne-ten Thronfolge zum Nachtheil der Kaiserin erwarten. Um diesemUnfälle zuvorzukommen, bedurfte sie Menzikow- Unterstützung» unddurch Jagüschinski'S Klugheit gelang es, den Kaiser zu versöhnen.Beide, Kaiserin und Günstling, arbeiteten nun daran, ihr Schick-sal auf alle Weise zu befestigen, und schon am 28. Januar 1725starb Peter der Große. Calbarina, Menzikow und Jaguschmski,der wenigstens jetzt ihr beiderseitiger Vertrauter war, hielten fürnöthig, den Tod des Kaisers so lauge geheim zu ballen, bis sie durchzweckmäßige Anstalten die Thronfolge in der Person der Kaiserinfestgestellt hätten. Da Peters letzte Gesinnungen wegen Veränderungin der Thronfolge wohl mochten bekannt geworden seyn. so brachten sieden berührn te» Tbeophanes, der Pttern bei Abschaffung vieler Mißbräu-che treulich geholfen hatte, dadurch auf ihre Seite, daß sie ihm sag-ten, Catbarinens Thronbesteigung sey nöthig, um Blutvergießen zuverhindern. Dieser Priester beschwur vor dem versammelten Volkevnd den Truppen, daß ihm Peter I. auf seinem Todbette gesagt habe,Catbarina allein sey würdig, ihm in der Regierung zu folgen. Hier-auf rief man diese Prinzessin zur Kaiserin und Selbstherrscher!» aus,und der Eid der Treue wurde ibr aufs neue geleistet. Anfangs ar-beitete man nach den Planen Peters I-fort, und unter MenzikowsAnleitung wurde die Staatsverwaltung mir ziemlicher Klugheit ge-führt. Allein die natürliche NackMsigkeit der Kaiserin war zu groß.Sie bekümmerte sich endlich um nichts, und überließ alles ihrenGünstlingen, wodurch bald die Zufriedenheit des Volks in Murre»überging. Das Privatleben dieser Fürstin war äußerst unregelmäßig.Eie beging große Ausschweifungen, besonders im Trinken. Man! erzählt, sie habe vorzüglich eine Art gemeines Vackwerk. das manI Kringel »der Bretzel nennt, in starken Ungarischen Wein getaucht,gegessen. So zerstörte sie ihre an sich dauerhafte Gesundheit, dochmochren noch andere Ursachen ihren frühen Tod beschleunigen. Manerzählt darüber folgendes: Die Kaiserin halte eine Gewohnheit, die^ eine Folge ihrer schlechten Erziehung war. Jedem von den Herren deSHofes, der Nachmittags zu ihr in die kleinen Gesellschaften kam.I klopfte sie auf die Taschen, und verlangte von ihm Bonbons. Dießl,hat sie auch vorzüglich mit Menzikow, der zum wenigsten demäußern Anscheine na» in Anschn stand und täglicher Gesellschafterj der kaiserlichen Familie war. Dieser, sehr mißvergnügt über die großeZuneigung der Kaiserin zu ihren Kindern, ihren wachsende» Einflußl ünd da« Verschwinden des ftinigen, s»ll ihr einst, da sie einigeNaschereien von ihm verlangte» überzuckerte und vergiftete Feige»gegeben haben. Sie starb am 17. Mai 172? im 42. Jahre ihresGebens. Man behauptete, es habe sich ein Lungeugeschwür geöffnet.Diese Kaiserin liegt in St. Petersburg i» der Festung-kirche neben! ihrem Gemahl begraben.
! Eatharina die Zweite, Kaiserin vou Rußland, die zweiteSchöpferin dieses Reichs, war zu Stettin am 2. Mai 1729 geboren,l and eine Tochter Christian Augusts, Fürsten von Anhalt-Zerbst,königlich preussischen Generalftldmarschulls und Gouverneurs zu Stet-Un. Don ihrer Mutter, Johanna Elisabeth (Tochter des Herzoasvon Schleswig-Gottorp), sehr sorgfältig erzogen, erhielt sie durch ih-ren Aufenthalt an verschiedenen Höfen noch mehr Ausbildung, Ge-Mndkhkit «ud Menschenkenntnis. Als die Kaiserin von Rußland,