Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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machca mußte. Sie liebte die Pracht, und an ihrem Hofe herrschtehie größte Verschwendung- Die Macht und der Einfluß ihrer Günst-linge und der Ereakurcn derselben wurde, besonders in den entfernte-fen Theilen ihres Reichs, ihren Unterthanen im höchsten Grade schäd-lich» indem von jenen Despotismus aller Art ausgeübt, diese gedrücktund ausgeplündert wurden. Ihr größter Fehler war ihre Leidenschaftfür die Männer- Während ihrer ganzen Regierung hatte sie immereine große Anzahl Günstlinge und Geliebte aus allen Standen. Dieberühmtesten von ihnen waren GpegoriuS Orlowj Potemkin, Lausköy,

. Poniatowskp. Diese Günstlinge solle» in ihren zo Regierungsjahre«

! ihr oder vielmehr dem Staate eben so viel gekostet haben, als die Er-haltung des ganze» Land - und Seemacht. Ihre Regierung bleibt aberbei allen ihren Fehlern die glorreichste aller Russischen Regierungen,und es darf überhaupt bei der Beurtheilung der Fehler solcher ausge»zeichoeter Menschen nickt der Maßstab aus dem kleinen bürgerlichenLeben genommen werden.

Eatharina von Medicis» die einzige Tochter des Herzog«

! Lorenz von Medicis, war izry zu Florenz geboren, vermahlte sichmit Heinrichs I. Könige von Frankreich, welcher izzy starb, führtedann während, der Minderjährigkeit ihres Sohnes Carls lX. der seinemHalbbruder Franz il. in der Regierung gefolgt war, die Reichsver-waltuug von izüo bis 1565, erhielt sie auch nach dessen Absterbe»1574 wegen Abwesenheit des Königs Heinrichs l I l, einstweilen wieder,und hatte bis au ihren Tod (158Y) auf alle Staatsangelegenheiteneinen wichtigen Einfluß. 'Sie ist nicht nur wegen ihres verabscheu-uugswerthen Charakters, sondern auch wegen ihres beträchtlichen An-theils an den damaligen Kriegen der Hugenotten oder Protestantenwir den Katholiken merkwürdig. Sie besaß zwar Staatsklugheit,große Talente und persönlichen Muth, war aber wollüstig, rachgierig,grausam, ränkevvll, abergläubisch, und doch ohne Religion, und wähltezur Befriedigung- ihrer gränzenlosen Herrschsucht die schändlichstenMittöl. Um weder Hugenotten noch Katholiken gegen sich zu erbit-tern, begünstigte sie anfänglich bald die ersteren bgld die lezteren,söhnte beide Parteien dem Scheine nach aus, entzweite sie aber mder That aufs heftigste, und suchte auf beider Trümmern ihre Herr-schaft zu befestigen. Endlich erklärte sie sich ganz wider die Huge-notten, nahm thätigen Antheil an der Pariser Bluthvchzeit, (1572-24. August') und übte gegen die unglücklichen Schlachroxfer des Fa-natismus die empörendsten Grausamkeiten aus. Ihren Gemahl undnoch mehr ihren Sohn beherrschte sie unumschränkt, und erzog deni leztern absichtlich zur Grausamkeit und Wollust. Sie unterhandeltevnc der Kröne Spaniens und dem Herzog von Alba schon lange vorder Bluthpchzeit über die Vertilgung der Hugenotten, räumte dieHäuprer'derselben durch Meuchelmörder aus dem Wege, vergiftete,wie man nicht ohne Grund vermuthet, ihren Stiefsohn Franz ll- be-mühte sich, die Bvurbons, welche protestantisch gesinnt und mei-stenrheils vortreffliche Leute waren, auf alle Weise zu stürzen; undwürde noch entseklicher gewüthet haben, wenn die mächtige Faktionder Herzoge von Guise, die zwar die katholische Pqrtei ergriffenhatten, aber doch die königliche Macht zu untergraben und sich zuHerrschern auszuwerfen trachteten, ihr nicht beständig entgegen gear-beitet, und besonders unrer Heinrich IIl. vor dessen Ermordung sie»och starb, ihren Wirkungkreis eingeschränkt hätten. Während derHerrschaft der Catharine von Modicis war das unglückliche Frank-