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deren Druck wegen mancher freier Aeußerungen über die Päpste undRömischen Großen jener Zeit bedenklich schien. Der als Arzt undSchriftsteller berühmte Florentiner Cocchi gab sie zuerst zu Neapel,aber unter dem erdichteten Druckort Colonia, 1730 heraus. Miteben der Gediegenheit und Kraft, mit welcher Cellini sonst in Erz»und Marmor darstellte, stellt er hier in Sprache und Schrift sichstlbst und seine Schicksale, seine Tugenden und seine Fehler, undzwar mit der liebenswürdigsten Naivetät dar, und zeichnet zugleichdie Menschen, mit denen er in VerbaltnUe kam, mit den treffendstenZügen als ei» echter Künstler. Diese Biographie hat deshalb dasmannigfaltigste Interesse für den Gemüthssorscher, der sich durchdie ausgezeichnete Individualität angezogen findet, für deu Geschicht-svrscher, der die Zeitgeschichte des Künstlers besser kennen lernt, fürden Kenner des Stils, der das Vvrtrefl-che zu schätzen weiß, -undfür den bloßen Liebhaber, der nur zur Beschäftigung der Neugier liest.Der aiterthumlicbe Ton und Geist, wodurch in Kunst und Sittegleichsam der Geist jenes Zeitalters repräsentirk wird, gibt dem in-teressanten Werke »och einen Reiz mehr. Um diesen nickt zu ver-wischen , und durch «inen allzugedrängten Auszug vielleicht gar dasInteresse dafür zu schwächen, enthalten wir uns lieber alles Details,was ja auch hier um so eher geschehen kann, da jene Autobiogra-phie uns von einem Dichter geliefert worden rst, der es so ganz ver-siebt, alles ist- sein Eigenthum, oder vielmehr sich selbst ganz infeinen Gegenstand zu verwandeln, wodurch auch diese Uebersetzun»alle Vorzüge eines Originals erhalten hat, indem kein Vorzug desOriginals geschwächt worden ist, sondern jeder in seiner reinsten Ei-gemhümlichkeit hervortritt. Lebendes Benv. Cellini, vonihm selbst geschrieben. Uebers. und mit einem An-hange herausgegeben von Nöthe (Tübingen igvz. 2 Bde.).Der Anhang ist für Italiänische Zeit- und Kunstgeschichte des scchs-zehnte» Jahrhunderts äußerst lehrreich und interessant. Zuerst einVerzeichniß der merkwürdigste» Künstler zu Ccllini's Zeit, d. h. einerglänzenden Epoche der Kunst, nebst einer treffenden Charakteristikder älteren Meister von Cimabuc an, durch welche jene Epoche vor-bereitet wurde. Ausführlicher wird dann gehandelt von den beide«in der Kunstgeschichte so berühmten Cartons des Leonardo da Vinciund Michael Angelo, die eine Schule des Studiums für die damalsaufstrebenden Künstler wurden und auch auf die Kunstbildung Celli-ni'« nicht unwichtigen Einfluß hatten. Nachdem hierauf der Her-ausgeber aus zwei in Italien selbst seltenen, Abhandlungen Cel-lini'S über die Goldschmiedkunst und Bildnerei einen gedrängte«
! Auszug gegeben hat, liefert er eine Schilderung von Cellini'« Charak»
! ter, Talenten und Werken, die in jedem Zuge die sickere Hand desMeisters zeigt. Zuletzt noch zwei kleine Aufsätze Cellini'« über die' Grundsätze, nach welchen man das Zeichnen erlernen soll, und über> den Rangstreit der Sculptur und Malerei. Bis zum Jahr i züü reichtdie Autobiographie Cellini's; er starb den 13. Febr. 1570.
Celsus. Ein gelehrter Römer unter der Regierung des Kaise»Tiberius. Ohne, wie es scheint selbst praktischer Arzt zu seyn, ver-fertigte er durch fleißiges Ercerpiren ein encvclvpädiickes Werk in 20Büchern, welches mehrere Wissenschaften, Rechtskunde, Philosophie,Rhetorik u. s. w. umfaßte. Aus diesem Werke bar sich eine Abthei-lung über die Medizin und Chirurgie in acht Büchern erhalten. Vo»eigentlich medizinischen Werken ist dieses das Einzige, von Hixpocra»Lonv.Lrx. Erster Band. L l