558 Cha
Da« Resultat aller dkeser Uutersuchrmgen lst: keine schöne Kunstist ohne Charakteristik, und ein großer Theil der Wirkungen, welchesie hervorbringet, beruht auf ihr und ihrem zweckmäßigen Gebrauche.Deshalb dürfen wir uns in der Lhar nicht verwundern, wenn esLcstüetiker gegeben, die geradezu das Wesen aller schönen Kunst istCharakteristik sezten. In neuester Zeit hat dies besonders Herr Hof-rath Hirt gethan, in zwei Aufsätzen, die von ihm in SchillersJournal die Hören enthalten sind. Mau vergesse aber nicht, washiegegenvon Göthe in den Propyläen, und von Kernow inden römischen Studien erinnert worden. Schön ist des Erste-ren Charakteristik der Eharakteristikcr; der Untersuchung des Lezte-ren sebll wenig, um erschöpfend zu seyn. Er sezt das Ideale demCharakteristischen entgegen, und zeigt, daß durch den Ausdruckdes Charakteristischen Kunst Wahrheit bewirkt werde. Wie nöthigdiese sey, ist gezeigt worden; allein sie ist noch keine Schönheit,und von schöner Kunst ist doch die Rede. Da ergibt sich den» vonselbst, daß Wahrheit und Charakteristik weder der ganze, vollständi-ge, noch der höchste Zweck der Kunst sevn könne, sondern daß zu ihrnoch Jdeakirät der Form und Schönheit der Darstellung hinzu-kommen müsse. Schöne Darstellung de.s Ideals untercharakteristischen Bedingungen ist es, worauf hier Allesankommt. So viel vorläufig, bis wir unter dem Artikel Idealdas Weitere geben können. Dort wird sich au» zeige», ob Falk,der sich sin seinen kleinen Abhandlungen zur Poesie und Kunst) eben-falls zu den Charakteristikern bekennt, mehr mit Hirt, oder mit Gö-the und Fernow übereinstimme.
Cha rette (Franxois Athanas), geb. zu Couffe' im Departe-ment der Nicder-Loire un I. l?6z. Vor der Revolution war er Lieu-tenant hei der Marine, und lebte nachher in gänzlicher Abgezogenheitvon den öffentlichen Geschäften auf einem Landgute. Bei dem Aus-bruch der allgemeinen Unruhen i» der Vendee und den benachbartenDepartements, soll eine Anzahl Mißvergnügter ihn aufgefordert ha-ben, zu den Waffen zu greifen und Anführer einer Truppenabthei-lung zu werden. Charerte folgte zwar diesem Rufe unter der Be-dingung der strengfie» Unterwürfigkeit von Seiten seiner Untergebe-nen; allein sein Ehrgeiz trieb ihn zu ungleich höhen, Entwürfen.Er wünschte der Hauptanführck aller Kolonnen zu werben, und daihm der tapfere d'Eldee im Kommando vorgezogen wurde, so wi-dersetzte er sich stets allen vereinigten Unternehmungen, und schadetedadurch der gemeinschaftlichen Sache ungemein (vergl. den Art.Vendee). Dessen ungeachtet kann nicht gcläugncr werden, daßCharme alle übrige Anführer der Vendee an unerschütterlicher Be-harrlichkeit, an listiger Verschlagenheit und an kühnen und auf da«Terrain des Landes künstlich berechneten Operationen weil übertraf,und in dieser Rücksicht die Oderbeschlshaberstclle, die er auch in derFolge nach d'Elbee'S Tod erhielt, ganz vorzüglich verdiente-Der hartnäckige Widerstand, welchen er den Republikaner» inner-halb drei Jahren (l7yz —rryt») leistete, und die Klugheit, wo-mit er die undisciplinirten Heerlaufen der Landbewohner zu geübtenTruppen umschiff, oder sich doch wenigstens ihrer so zu bedienenwußte, baß ganze republikanische Armeen dadurch zu Grunde gerich-tet wurden, verschaffte ihm die Bewunderuu- von Europa und selbst