Band 
Erster Band. A bis Comparativ.
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Ayrer, eine geschickte Miniaturmaleria, ibn auch i» dieser Kunst !zu bedeutenden Fortschritten aufmunrerte. Dennoch sedlte ihm nochvieles, was den Künstler bilden muß; und als er bei einem Kupfer-stichhandler (Haid) nun erst akademische und andere Zeichnungen sah,und auch von diesem selbst horte, wie ein Künstler studlren müsse,da faßte er, von innerem Kunstfeuer augefachr, 1754 den Entschluß,die Handlung auszugeben, ardeitcre nun ganz und anhaltend in die-ser Kunst, machte Bekanntschaft mir Meil, Rode, le Sueur u. a„malte Portraite iu Miniatur, fand Beifall, uud machte nun auch(1758) den ersten Versuch im Radireu. Er verfertigte mehrere kleineBlatter, ätzte dergleichen auch während des siebenjährigen Kriegs(z. B. die gefangenen Russen), uud ward so nach und nach der Stif-ter einer neuen Kunstgattung in Deutschland. nämlich: der Darstel- >jung moderner Figuren mit einer Wahrheit der Physiognomie, einerLebhaftigkeit des Ausdrucks und einer mit strenger Hinsicht auf sitt-liche Verbesserung verbundenen gutmüthigen Laune, welche in ihrerArt einzig blieb. Wer kennt nicht seine Kupfer zu Basedows Elc- ;menkarwerke, zu Lavaters Physiognomik, zu Sedaldus Nothanker,

(r. Ausg.) und zu so vielen Romanen und zahllosen Almanachen, dievielleicht blos seinen Verzierungen den Absatz verdankten! Freilichwidmete er dadurch seine beste Zeit allen diesen Arbeiten von kleine- ^rem Format; allein es gibt auch größere, wenn gleich nicht so viel, jund treffliche Blatter von ihm, worunter die Familie Calas (Ds» ^äs L-Ias), die er vorher selbst in einem höchst vollendete»Oelgemälde schon aufgestellt hatte, und was er nun selbst auch ätzte,Leu ersten Platz einnimmt. Lange schon hatte er die Stelle einesMcedirekkvrs der Akademie der bildenden Künste zu Berlin beklei-det, als er 17Y8 an Rode's Stelle nun wirklicher Direktor ward, alswelcher er im Jahr 1801 am y. Febr. starb. Luch seine Biederkeit»nd sein Edelmuth werden eben so hoch geschätzt, als sein thätigerFleiß, der schon im Jahr »?y6 auf 700 Nr», gefertigt hatte, welcheüber 3000 Blätter ausmachen. Kein Wunder, baß Sammler miteiner großen Begierde darnach haschten, obgleich auch mancher kleineBetrug damit vorging.

Choiseul Amboise, Franz Stephan Herzog von, dieserinerkwiikdige Mann, dessen Geschichte die Staatsgefchjchke von Europain einem langen sehr interessanten Zeitpunkte ist, wurde 17 ly gebo-ren, und starb i? 85 - Er war von mittelmäßiger, doch mehr kleinerStatur, etwas unrersezt, mit rochen Haare», großen funkelndenAugen, uud einer Haltung des Körpers, welche sogleich Größe verkün-digte. Seine Lebhaftigkeit war außerordentlich; er liebte den Scherz,und hatte selbst Witz. Stolz war ein Hauptzug seines Charakters;daß er denselben gegen die Du Barri nicht verläugnetc, beförderteseinen Fall. Choiseul war anfangs Soldat; seinen Eintritt in diePolitische Laufbahn hatte er dem Kardinal von Bernis zu danken,der ihm die Gunst der Pompadour verschafte, und die Stelle einesGesandten in Rom apsmachlc. Choiseul, der damals noch Srain-vilte hieß, blieb bis 175s in Rom, wo er zuerst einen tiefen Blick wdie Verfassung des Jesuiterordcns that, dessen Aushebung eine derwichtigsten Begebenheiten seiner Minister-schaft ward; wiewohl nichteigentlich er, sondern CampvmaneS in Spanleu den Plan dazu ange-legt haben soll. Lon Rom ging er bis r ?58 als Ambaffadeur nachWie», als ihm der zur Kardiuaiwürde erhobene Beruis die Mim-