Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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einer Stadt an der Lahn, mit qo; Häusern und 6I°I Einwohnern.'Die herrschende Religion ist die evangelisch-lutherische.

Darxe, die. i) Die Handlung des Darren«; die Darre vor-nehmen und vollenden. Die Darre ist dieß Mal sclir schlecht ge-rathen. 2) Ein Lren, sowohl Getreide zu Malze, als auch Obst,Flachs, Hopfen, Tabak rc. zu dörren oder zu darren, dann auchdas Gebäude, worin dieser Ofen befindlich ist; das Darrhaus.3) Eine Krankheit der Thiere und Pflanzen, welche in einem Aus-trocknen der Säfte und Verdorre» besteht, und bei den Menschendie Schwindsucht, Auszehrung genannt wird. Bei den Pfer-den wird diese Krankheit auch da« Feuer genannt. Auch eine ge-wisse Krankheit der Vogel, bei der sich ein Geschwür über demBürzel zeigt, wird die Darre genannt. Bei den Bäumev be-,steht diese Krankheit in Anstrockming, wonach die Rinde «tfMund der Baum wurmstichig und dürr wird.

Darstellung. Vielleicht ist kein Begriff wichtiger für dieTheorie schöner Knust, als eben dieser; sonderbar genug aber stebtman sich nach einer genaueren Entwickelung desselben vergeblich um,die dock schon deshalb um so nöthiger gewesen wäre, da man vonDarstellung in so verschiedener Beziehung spricht. Man spriwrnämlich bald von Darstellung des Künstlers überhaupt, bald po»Lesvudern Arten darstellender Kunst, und bedient sicb endlich a«ällerspccicllcsten dieses Ausdrucks in Beziehung auf Kunst desSchauspielers. Wir wollen hier versuchen, wenigstens das Noth-wendigste anzugeben. Wenn von ästhetischer Darstellung überhauptdie Rede ist, so hat man daruntpr zu verstehen diejenige Behand-lung eines ästhetischen Stoffes, wodurch er eine zweckmäßige Formfür die Anschauung erhält. Der ästhetische Stoff des Künstlers ist.jederzeit eine ästhetische Idee (s. Idee), die in ihm entsteht, etweiß selbst nicht wie. Aber seine ganze Seele wird dadurch aufge-regt, alle seine geistigen Kräfte werden dadurch in jenes lebendigeSpiel versetzt, vermittelst dessen sie mit außerordentlicher Leichtig-keit und vhup Bewußtseyn von Slbsicht und Regeln eine unendlicheMenge analoger Vorstellungen hervorrufen und aneinanderreihen!kurz, er ist im Zustande der Begeisterung. Im Allgemeinen istdieser daran kennbar: des Künstlers ganzes Bewußtseyn ist gerich-tet auf den Gegenstand, der seine Kräfte in Bewegung fitzt, dieVerhältnisse des Orts und der Gegenwart verschwinden aus seinerSeele, er lebt und wirkt gleichsam in einer andern Welt, als der,die ihn umgibt, ist höchst ielbstthätig, und scheint doch bloß leidendzu seyn. In drcser,Situation muß ihm natürlich der Gegenstandseiner Begeisterung höchst gegenwärtig erscheinen, und die Idee»-,verbindnngcn werden ihre Richtung nach jenem Gegenstand neh-men, ohne Zuthun und Absicht. Bis hieher also zwei Momente,i) des Smpfangens oder Auffassens des Gegenstandes, durch des-sen Vorstellung seine Kräfte zu außerordentlicher Thätigkeit ange-feuert werden, und 2) die Ausbildung der Vorstellung des Gegen-standes durch Erhöhung, Erwcirernng, Verschönerung, Anknüpfn»»analoger Vorstellungen. In diesen zwei Momenten zeigt sich derKünstler bloß noch als asthetilches Genie, »och nicht als Künstlerselbst. Was Wunder aber, wenn jetzt ihn eine unaussprechlich^Liebe für den Gegenstand seiner Begeisterung ergreift, der nownicht wirklich, erst als ein Embryo i» ihm vorhanden ist. Hier istder Punkt, wo der Mensch von bloßem Schöiiheitsgcfühl und del