Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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Kirchhofe z>> Hütteldorf, 2 Stunden von Wien. Er war erster Cu-sto« der kaiserl. Bibliothek mit dem Titel eines wirklichen kaiserl.königl. Hosrakhs und Ordensglied der ehemaligen Gesellschaft Jesu.Die Dücherlicbbaberei seines Bakers, der ein Nechtsgelehrker war»war auch auf ihn bald übergegangen, und er widmete, mir einerlebhaften Einbildungskraft und daher Reizbarkeit ausgestaltet, sichden Wissenschaften I» dem Jesnirer-Gymnasium zu Paffau. Schonin seinem 18. Jahre trat er in den Orden unv arbeitete für denselbendurch Unterricht und Predige». Roch vor der Aufhebung des Ordens ,(I 77 Z) ward er als Lebrcr am Collegiui» Lhcrcsianum in Wien fürdie schöne» Wissenschaften, Literargeschichte und Dücherkunde ange-stellt; sodann erhielt er auch die Aufsicht über die dem Theresia»»!»zustehende Garellische Bibliothek. Seine Wirksamkeit erhielt durchdie Aufhebung dieser Akademie eine andere Richtung, indem ihn,der jetzt schon kaiserl. konigl. Ralb dieß, Joseph. il. zum zweitenEusros der Hofbiblivthek ernannte. Erster Bibliothekar ward er 1741.

In dieser Laufbahn hat Denis unendlich viel zur Veredlung des Ge-schmacks und der Muttersprache, und nicht nur in Oestreich, sondernfür das ganze katholische Deutschland gethan. Muthvoll wagte ermanchen Schritt, um, trotz aller Schwierigkeiten, welche Hierarchieund Bigotterie ihm entgegensetzte», das Bessere aus dem damaligenketzerischen Boden Deutschlands in den noch verdüsterten Himmels-strich seines Vaterlgudes zu verpflanzen, welches er durch Chresto-mathien bewirkte, bei denen er Kellert, lltz, Klopstock, Haller w. be-nutzte. So wählte er selbst auch Gegenstände zur eigene». Bearbei-tung, wobei der Geist mit mehr Freiheit, als man ihm dort wohlhätte gestatten mögen, sich bewegen konnte. Der siebenjährige Krieg §gab ihm hinlänglichen Stoff für sein erwachendes Dichtertalenr; er >besang sie unter dem Titel: Poetische Bilder der meisten !kriegerischen Vorgänge in Europa seit i?;6, welche ck lin der Folge von 170,0 an fortsetzte. Die Lektüre des Ossian er-weckte seine besondere Gunst für die alt-nordische Mythologie, welcheaus seinen Gedichten die Römischen und Griechischen Götterfabe!»bald verdrängte. Ja! Ossian hatte ihn so entzückt, daß er eine Ver-deutschung desselben in Herametcrn, nach dem Muster der Klopstocki-scheu Mefsiade unternahm, und wenn er auch einen Mißgriff in derForm that, so wurde doch der alte ehrwürdige Barde in Deutschlanddadurch bekannt. Denis gewann diese Nordische Liedersorm so lieb,daß er alles in ihr bearbeitete; er nannte sich selbst der Oberbar-de a n d e r D 0 n a u. Bald hatte er einen Kreis junger talentvollerKöpfe um sich versammelt» und elektrisiere sie durch sei» eigenesFeuer. Doch auch die Sprachen der alten klassischen Nationen hielt ctin hohen Würden; dafür sprechen seine Lateinischen Gedichte undSchauspiele, die er für die Jesuitcrschulen verfertigt hatte. Als Lire-rator und Bibliograph erwarb Denis sich nicht minder große Verdien-ste, und war als Bibliothekar fo recht eigentlich an seinem Platze, bser wohl einsah, daß Schriften hinter Mauern vergraben, so wenigWerth haben. als der Diamant in der Gruft, und daher durch seineSchriften über Bibliographie, Litcrargcschichte und Bücherkunde(unter denen besonders seine Beschreibung der Merkwürdigkeiten inder k. k. Garellische» Bibliothek am Theresia»»»! sich auszeichnet)jene litterarischen Kostbarkeiten für das größere Publikum nutzbar z" >machen trachtete. Von seinen Schriften führen wir außer den schp"genannten noch an: z) Ossians und Sineds Lieder. 5 Bde. i? 8 §' !