Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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worden mit denen des Sophokles zu gleicher Zßst aufgeführt, ja sieerhielten selbst einige Male oen Preis über dic,e. Freilich stimmttllins Urtheil des Publikums nicht auch stets die Antiker ein, und Äk>?siophanes gab durch beißende Parodien gar oft den Lieblingsdichlttdem Gelächter Preis. Daß er sich trotz Antik und Parodiern alsLieblingSSickter erhielt, beweist für ib»; daß die vorzüglichsten Kktttiker sich mißfällig erklärten, beweist gegen ihn. Von seinen >r?Tragödien sind ry auf uns gekommen; wir können also selbst entich?''den. Schwerlich wird dann daS geprüfte unparteiische Urtheil a»'deks ausfallen, als wie es A. W. Swlegel fällte. „Wenn man," laß-er, „oen Euripides für sich allem betrachtet, ohne Vergleichrmgseinen Vorgängern, wenn man manche seiner bessern Stücke undandern einzelne Stellen aussondert, so muß man ihm außerordew-liche Losspräche ertheilen. Stellt man ihn hingegen in d-'n Auia^menhang der Kunstgeschichte, sieht ma» in seinen Stücken immer a^das Ganze, und wieder auf sei» Streben überhaupt, das sich in s"auf uns gekommenen sämmtlich offenbart, so kann man nicht cn»b^ihn vielfältig und strenge zu tadeln. Von wenigen Schnststeltt'läßt sich mit Wahrheit so viel Gutes u»b Uebels sagen, Er " ,ein unendlich sinnreicher Kopf in den mannigfaltigste» Künsten' j,Geistes gewandt: aber einer Fülle von glänzenden und l:edcns>>n"^,gen Eigenschaften stand bei ihm nicht der erhabne Ernst des §thcs noch die strenge künstlerische Weisheit ordnend vor, die nm ,,Aeschplns und Sophokles verehren. Er strebt immer, nur zu a?'len, gleichviel, durchweiche Mittel. Darum ist er sich selbst ^gleich; manchmal hat er binreißend schöne Stellen, andre Matt ^sinkt er in wahre Gemeinheiten. Bei allen seinen Fehlern besitzt"

> einen gewissen einschmecchen ^

bewundernswürdige Leichtigkeit und einen gewissen einschmelwt'^rReiz." Wer nnn den Dichter vv» seinen beiden Seiten will c

kennen lernen, der kann es, wenn er dieses Kunstrichter« ,

Vergleichung der Phädra des Suripide« mit der x, fRacine, zusammenbält mit dem, was er in seiner fünsttN^si ,lesung über dramatische Kunst und Literatur gesagt bat. Ei» ^jeder Fehler des Euripides mag freilich seiner Zeit zur Last ix

eine Zeit der grübelnden Sophistik, politischer Etreilsucht » y,sRhetorenkünstc war: Fehler bleibt eS aber stets, den s?n>e st

Zeitalters zu huldigen. Eine Haupttendenz des Euripides 's" grillt z,Rührung auszugehen. „Er kannte," sagt ein anderer A ' ^ zster, „das Wesen der Leidenschaften, und wußte Sltuarm ^11. ^ ^finden, in denen sie sich auf vas vollkommenste, eyttvickein v stin? ! ßDabei bat er «inen elegischen Ton, welcher selten »der »',aWirkung verfehlt. Die meisten seiner Personen habe» vor i,

dem Genuß eines ausgezeichneten Glückes gelebt, und v"auf dasselbe in ihrem gegenwärtigen Zustande hemmt am

der Leidenschaften und stimmt sie zur Webmukh herab. A .<>„ a»^ nwen sich bei ihm die Leidenschaften weit öfter in sanft?" „ " c,

als daß sie sich zu einer merkwürdigen Größe erbeben sou »iravtt' t,ist er auch so reich an Sittrnspruchcn und Philosoph'^ > x„, »k e>indem seine Personen immer noch Besonncnbeit genug ? basjeiilsv-e !!

ihren Anstand nachzudenken. Euripides wußte sebr gut g^.jren 7

finden, was auf den Augenblick Wirkung thut. >,i> a'teK,'". ll

Kühnheit waren vorbei, in denen AcfchyluS dichtete, und - ^nr V>° ., ß

des Staats fing allmahlig zu sinken an. Nun seist >

rührender To«." Maxcherlri kann man »drigen» s«s