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Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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den Hanswurst, Kasperle u. s. w. (s. Komisch). Der AusdruckKarse kommt von dem Italiänischen Farsa, dieses aus dem Latei-nischen von t»r,u,n (gestopft), und bedeutet eigentlich einen Misch'masch von Allerlei. Lessing will, man soll Färse, mchtr.Farceschreiben, damit es weniger Französisch aussehe, und wir nicht ausder dritten Hand zu borgen scheinen, was wir so gut als die Fran-zosen aus der ersten nehmen können., Adelung bemerkt, daß in de»mittleren Zeiten Farsa eine Art Gesänge gewesen sey, welche z>»stschen den Gebeten u. s. f. gesungen wurden. Demnach kbnnte viel-leicht die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes, auf die Koniöb>eangewandt, so viel als Intermezzo, Zwischenspiel seyn. Nach derMeinung des Provcnzaleu Abbate Paolo Beruardp, wäre es voneinem provenzalischen Gerichte, Farsum herzuleiten.

Karin, Farinzuckcr, grober, mehlichter Zucker, von»->. Mehl. Karin ös, mehltcht, mehlreich.

Karinelli (Carl Broschi, genannt). Dieser ausgezeichneteTonlünstler, der sich durch sein seltenes Talent den Ruf eines d"vollkommensten Sänger nicht allein des vorigen, sondern aller Inb>-Hunderte erworben hat, wurde zu Neapel den 2». Jan. 1705 geb"'rcn. Sein Natcr unterrichtete ihn in den ersten Elementen b--Musik; darauf genoß er der Anweisung des rühmlichst bekanntenPorpvra, Ven er auz mehrere» Reisen begleitete. Er war siebzevnJakr alt, als er sich nach Rom begab, wo er mit seiner hellen uv-volltönenden Stimme einen Wettstreit einging mit einem berüvmt"Virtuosen auf der Trompete. Beide Nebenbuhler bor.» in vielesdem Anscheiue nach so »»gleichen Kampf, den ganzen Umfang lb>,.Talents auf, aber Karinelli begann, alS bereits sein Gegner - -schöpft verstummte, seinen Gesang aufs neue mit so viel Kraft?"Anmuth, snhrie ihn mir solcher Schärfe der Töne durch, daßStimme alle Gränzen der Möglichkeit zu übersteigen schien und >"den Preis gewann. Bald darauf ging er nach Bologna, um -v',vacchi zu hören, welcher damals der erste Sänger Italiens »A.'Er empfing seinen Unterricht. Im I. 1728 reiste er nach VeN'°^«ud von da nach Wien. Kaiser Carl VI. -beehrte ihn mir EWohlwollen und überhäufte ihn mit reichen Beweisen desselben,dieser erlauchte Kaiser war es auch, der e nft, als er Karinen'hört hatte, zu ihm sagte, daß er zwar durch den Umfang ^Schönheit seiner Stimme Erstaune» errege, daß es aber n",,^sihm »bhiuge, auch zu rühkea und zn intereisire», wenn er sichnatürlichern Gesanges befleißigen wolle. Karinclll benutzte dieltsung, und bezauberre seitdem seine Hörer eben so sehr als er >>"raschle. Als im I. i ?84 Porpora eine Theater-gesellschaft »achhon führte, berief er Karinelli zn sich, der durch die Schönheit > ^ner Stimme und den Zauber feines unvergleichlichen Gcl«EPublikum dergestalt anzog, daß Handel, der an der Spitze eine-dein Gesellschaft stand, vergebens alle Hülfsmittel seines ^aufbot, die Auflösung derselben zu verhindern. Laborde verodie Wahrheit folgender Anekdote. Senesino und Karinen' nbeide zu derselben Zeit in England, aber a» zwei verschiedenentern engagirr; und da sie immer an gleichen Lage» sangensie nicht Gelegenheit, sich zu hören. Ein Zufall führt -„cllizusammen. Senesino hat einen blutdürstigen Tvranucn, L« zp-Fesseln schmachtenden Heiden barzusteuen-

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