Abendmahl, das; ist der heilige Gebrauch der Christen, durchwelchen sie das Andenken an den Tod des Stifters ihrer Religion er»ue«ern und zugleich ein öffentliches Bekenntniß ihres Glaubens vor ."er Gemeinde ablegen, Jesus Christus setzte diesen heiligen Gebrauch"tt dem letzte» Mahle, das er mit seinen Jüngern hielt, selbst ein;"äs Brot, welches er nach Orientalischer Sitte brach, war ein pas-sendes Sinnbild seines Leibes, der bald zerbrochen werden sollte, und"rr rothe Wein (denn wahrscheinlich brauchte Christus diese Art Wein,welche in Palästina die gewöhnlichste ist) war ein bezeichnendes Sym-keines Blutes. In alle» Gemeinden, welche die Apostel stifteten,ward dieser Gebrauch eingeführt. Im ersten und zweiten Jahrhun-derte beging man diesen Ritus allemal bei den sogenannten Liebes-'"ahlen d. h. bei den Mahlen, welche die sämmtlichen Mitglieder ei-ucr Gemeinde so oft, als die Umstände es erlaubten, zu halten pfleg-«n Als seit dem dritten Jahrhunderte die Gemeinden zahlreicherMrden, hörten die Liebesmahle auf und nun ward das Abendmahln, den Kirchen bei jeder gotlesdienstlichen Fe er sv gehalten, daß alle-anwesende daran Theil nahmen; die Äakechummen indeß d. b. dieFristen, welche noch nicht gekauft waren, und die Nichtchristen. wel-che bei dem Gebete, dem Gesänge oder der Predigt zugegen seyn dürf»""l , mußten sich, wen» die Abendmahlsfeier ihren Anfang nahm,der Kirche entfernen, weil das Abendmahl als eine gehcinmiß-Me Handlung, welche den Blicken der Ungewuheten zu entziehen!,?> betrachtet ward. Bald fing man an, dem heiligen Mahle eine
g,ee.Nmiüttiche Kraft zuzuschreiben, consecrirte Brot und den con-uttirren Wein für mehr als Bror und Wein zu halten und ru be-."Uptcn, daß mit dem Brote und dem Weine der Leib und das BlutErlösers sich vereinige. Aus dieser Borstcllungsart einsprangwvinh die Brotverwandlungs - oder Transsudstantiarionsl-bre, wel-L^,>aschasius Radbertus im neunten Jahrhunderte auf diebrachte. Nach diesem Dogma nimmt man an, das Brot undWein werde durch die Consecrativn in den Leib und in das Blutgl!! Christi verwandelt, es bleibe nach der Weihnng bloß die Ge-st« und die Fignr dcS Brotes und des Weines übrig, seine Sub-W«? "der, stv "in anderes, sey die Substanz und das
hes Leibes Jesu Christi geworden. Obgleich dieses Dogmamöglich einigen Widerspruch fand» so ward es doch bald allgemeinm>e„vn,mxn und >m Jahr 1215 von dem Papste JnnvcenliuSh-'s ""f der vierten Lateranischen Synode feierlich bestätiget. Ausim» - Dogma entsprang theils die Anbetung der Hostie, indem man
Rr den gegenwärtigen Gott z» erblicken glaubte,laß?Mheit den Laien den Kelch zu versagen, indem man schloß,das der Leid Jesu Christi sey, auch sein Blut sey (man nannteZu? ,i7?"co«nta»z) und daher der Genuß des Weines nicht nothwendigdas jAwdmahlsfeicr gehöre. Buch wollte man jede Gelegenheit wo«Vers- - 2 esn Christi unvorstchtig vergossen und dadurch entweihtn» """ könnte, vermieden wissen, und da es überdies eine Auszeich-geistlichen Standes zu seyn schien, wenn er allein d-sden ö - ^ ""der beiderlei Gestalt genösse, so ward die Gewohnheit,raren den Kelch zu entziehen, um so schneller verbreitet. Fru-