Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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re» I.S ünt» xiiräinier» und II Ooloso cli mmvoto; dagegen sieldie Olimxi.äs im Jahre I77Ü völlig durch, und die Unannehmlichkei-ten, welche der Verfasser bei dieser Gelegenheit erfuhr, bestimmtenihn, Rom zu verlassen. Er durchreisete Italien, und kam gegendas Jahr 17x0 nach Frankreich mit dem Tirol eines Lehrers ain Kon-servatorium zu Venedig, wo er 1769 die Oper Cajus Marios aufsTheater gebracht hatte. Er führte in der königlichen Akademie dieverfolgte Unbekannte auf, aber diese aniiuithige und zarteMusik fand im Allgemeinen nicht die Aufnahme, welche sie verdiente.Daran war, nebst der frostigen Dichtung, zu der sie gehört, haupt-sächlich die ihr nicht angemessene Art der Ausführung Schuld. VonFrankreich ging Anfossi nach London; er war im I. 178z Musikdirek-tor beim Italiänischen Theater dieser Stadt. Im I. 1787 kam ernach Nein zurück, wo er mehrere Werke aufführte, deren Erfolg ihnseine ehemaligen Unfälle vergessen ließ, und ihm ein Ansehn undeine Achtung erwarb, die er bis an seinen Tod im I. 179; genoß.Anfossi erinnert allerdings in seinen Kompositionen häufig anSacchrui und Piccini, nach denen er seinen Styl und seine Maniergebildet hat; aber sein Geschmack, Ausdruck und seine Kunst derSteigerung und Entwickelung sind ausgezeichnet. Mehrere seinerFinale's sind Muster in dieser Art. Seine Fruchtbarkeit beweist,daß er mit Leichtigkeit arbeitete; wir machen von seinen Werken nochdeN Ävaio, il Oliioso inäliarato und I Vi»Aßi»lc»l tvlicl nam-haft, die z» den besten in dieser Gattung der komischen Operngehören.

Anschauung. Die Handlung, des Anschauens., In derAan tischen Kunstsprache: jede Vorstellung durch Hülfe einesäußern oder des innern Sinnes. ..Wenn ich eine Musik (einTonspiel) höre, so habe ich eine Anschauung des Gegenstandes, wel-che Musik heißt." Kant. Auch eine unmittelbare Vorstellung, ohnevermittelnde Zeichen. ,.Die svmbolische Erkeunkniß (Erkenntnißdurch Zeichen) zur Anschauung erhebe»." Kaut.

Anstand ist im Allgemeinen ein gefälliges Acußeres, welchesden Mann von Bildung und Sitten verräth. und gleich weit vonAnmaßung und Erniedrigung entfernt, zu gleicher Zeit Bescheiden-heit und edle Zuversicht zeigt. Dieser allgemeine Anstand wird sichin der ganzen Haudelswetse jedes Gebildeten zeigen. Im engere»Sinne sprechen wir von dem Anstande eines Medner«, eines Sch«"'spieters; wir verstehen alsdann darunter jene besonnene Mäßigungin Gang, Stellung, Gcberdeu uud Stimme, die bei jeder künst-lerischen Hervorbringung unerläßlich ist. Hamlet beschreibt sie in sei-ner Ermahnung an die Schauspieler sehr schon und richtig aus fol-gende Weise: Mitten in dem Strome, mitten in dem Sturme,rcn, so zu sagen, in dem Wirbelwinde der Leidenschaften, müht lvrnoch einen Grad von Mäßigung beobachten, der ihnen das Glarceund Geschmeidige gibt. Jffland scheint dasselbe in seinen Frag-menten über Menschendarstellung nnt dem Worte Gesälligkettauszudrücken. Diese Mäßigung und Veredlung ist keineswegs will-kührlich; sie fließt vielmehr psychologisch nothwendig aus der Ver-sabrungsart der Phantasie, welche bet Hervorbringung ästhetischerBilder das Rauhe uud Harte an denselben wegwischt, und dgsne, wo möglich, noch schöner bildet.