Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
Seite
XXIII
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«nd Keidcnthum auf eine prophetische Weise dargestellt sey. Ueberkein Buch der heiligen S«rift ist »vvhl so viel geschrieben, ge-stritten »nd — geträumt worden, als über dieses, indem man darinWeißagungen von säst allen wichtiger! Männern und Begebenheitender Geschichte nach Christus hat finden wollen. Daher ist es nichtungewöhnlich, jeden Visionär einen apokalyptischen Krämerzu nennen. Daß der berühmte Newton in seinem Alter nochdie Apokalvpse enträrliseln wollte, ist ein Beweis der traurigenWahrheit, daß weder große Talente und Einsichten noch Reife derErfahrung den Mensche» vor jeder Art von Thorheit bewahrenkönnen.

"Apokrpphische Bücher sind eigentlich verborgene oder un-bekannte (von einem Griechischen Stammworte, welches verborgenheißt), sodann untergeschobene oder unechte Schriften, weil ihr wirk-licher Verfasser sich zu verbergen sucht und auch gewöhnlich nichtbekannt ist. In Beziehung auf die Bibel aber verstellt man unterapokrypllischen Büchern solche, denen kein göttlicher Ursprungbeigelegt, und deren Inhalt daher auch nicht als eine untrüglicheGlaubens- und Lebensregel betrachtet wird, wenn auch übrigenseine solche Schrift nicht unecht und ihr Verfasser nicht unbekannt ist.Ihnen stellen entgegen die kanonischen Schriften (von demGriechischen Worte Kanon, welches eine Regel oder Richtschnur be-deutet), worunter man also diejenigen versteht, deren Jnllalt alseine völlig sichere Glaubens- und Lebensregel angeschn wird, weilman ihnen einen göttlichen Ursprung zuschreibt. Da die Bibel ge-wöhnlich in das Alte und Neue Testament eingetheilt wird, so gibtes auch kanonische und apokrpphische Bücher des Alten und NeuenTestaments. Die apokrypbischen Bücher des A. T. stehen in unsernBibclansgaben gewöhnlich in der Mitte zwischen den kanonischen desA. und N. T. Die apokryphischen Bücher des N. T. aber läßt mangewöhnlich ganz weg. Doch werden manche Schriften des N. T.,die in den gewöhnlichen Ausgaben zu den kanonischen gerechnet wer-den, von vielen als apokrvpkische betrachtet, z. B. die OffenbarungJvhannis. S. Apokalypse.

Apostel, ein; heißt eigentlich ein Gesandter, von einem Grie-chischen Stammwvrt, welches senden bedeutet. Man versteht aberunter den Aposteln in der christlichen Kirche vorzugsweise diejeni-gen zwölf Männer, welche Jesus als seine vertrautesten, in seineLehre am besten eingeweihten Schüler zu den vornehmsten Werkzeu-gen der Verbreitung sginer Lehre bestimmte, und die daher als Ge-sandte Jesu an die übrigen Menschen betrachtet wurden. Von denEvangelisten unterscheiden sich die Apostel dadurch, daß jenelhten Namen von den Evangelien (d. h. fröhlichen Nachrichten oderBotschaften) führen, welche sie schriftlich hinterlassen haben. Daheruuden sich unter den zwölf Aposteln nur zwei Evangelisten, Mat-sbäus und Johannes, und unter den vier Evangelisten zweiNicht-Apvstel, Markus und Lukas.

Apulejus (Lucius), gebürtig aus Mandant«, einer Römi-schen Kolonie in Afrika, lebte gegen das Ende des r. Jahrhunderts.Er war Sachwalter zu Rom, und zeigt sich in seinen Schriften alseinen Anhänger der neuplatonischen Schule. Seine Schreibart ist«icht korrekt, oft auch unnatürlich, aber durch Witz und Laune vor»