Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
Seite
LVIII
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r.vm

Dou

Burgund und Aquitanien, Grafen vou Paris und Orleans. Durchdiese Erhebung ward die Pairschaft des Hcrzogtftums Frankreich mitder Krone verenigt, und eine Dynastie begründet, deren Haupt-stamm acht Jahrhunderte hindurch den Französischen Königsthronbesaß, während eine der Seitenlinien über hundert Jahre lang Spa-nien beherrschte, und zugleich das Königreich beider Cäcilien undEcrurien im Besitze der Capeiinger sich befanden. Aber der tosendeSrurm der Zeit riß die Krone von ihren Häuptern, und bloß derwankende Thron Ferdinands IV. zn Palermo ist noch die einzigeMuine vormalige» Glanzes, denn ihren übrigen Abkömmlingen blieb„nr eine ungewisse Hcimath auf Britannischem oder Russischem Bo-den, seit Frankreichs Revolution das Königthum vernichtete und end-lich eine neue Dynastie durch Napoleon Bonaparte gestiftet wurde.HugoCapets (oder Brcilkopfs) Familie nanute sich nach dem müt-terlichen Slammhause, der Stadt Vourbon i'Archambaud in Frank-reich, das Haus Bourbon. Aus ihm entsprossen zwei Seitenli-nien, und zwar dje von Valvis und die von Bourbon; beidesah man abwechselnd auf dem Throne Frankreichs, so wie es die Um-stände und das Recht erforderten. Jene gründete Carl, Grafvon Valvis, zweiter Sohn Königs Philip Ni.; dieses Carls Solm,Philipp VI. (von Valvis), gelangre z„r Krone, nachdem Carl IV.,der Schöne, der letzte aus dem ältesten Hauptzmeige des Capetinai-scheu Gesammtstammes, verstorben war. Dieß geschah ,Z28. DieBranche Bourbon stammt von Robert, Grafen von Clermout,horch seine Verbindung mit Beatrir, Erbin der Baronie Bourbon,indem sein ältester Solm, Ludwig, vvm König Carl ir. zum Herzogvon Bourbon und Pair des Reichs erhoben, und mit dieser Bege-benheit der Name Bourbon der erbliche Geschlecdtsnamc wurde.Als nach dem Tode Heinrichs Ul. (ehemaligen Königs von Polen)die Linie Valvis erloschen war bcstiea (15Y8) ,enes Roberts Abkömm-ling in der neunten Generation, der große Heinrich IV., dekFreund des Volks, den Thron Frankreichs. Sein Oheim, Anton,ward durch seine Gemahlin, Johanna von Albret, Erbin des kleine»Königreichs Navarra, das Heinrich IV. nachmals auf immer mitFrankreich vereinigte, König von Navarra, dessen jüngerer Bruder,Ludwig I-, der erste Prinz von Conde' ward. Aus ihrer Nach-kommenschaft kamen die zwei shauptlinien der Bourbons, nämlich diekönigliche und die Conde'ische. Die königliche trennte sichwieder in 2 Branchen durch die beiden Söhne Königs Ludwig III., dad-r ältere. Ludwig XIV., den Hauptast fortsetzte, der mit dessen EnkelnLudwig (Dauphin) und Philip V. in die ältere, oder eigentlich könig-lich-Französische, und in die jüngere, oder königl- -Span«»sche sich theilte, während der Jüngere, Philipp I., das HausOrleaus stiftete, als er von Ludwig XlV. das Herzvgthum Orkanserhalten hatte. Jene ältere Branche war die, welche den ScepterFrankreichs durch die Revolution verlor, als der letzte König aus derCapetingischcn Dynastie, Ludwig XVI., avf dem Biurgcrüste sei"Leben aushauchte (l7yz). »ud sein Sohn der Dauphin (i 7 i)Z)Tempettlmrmgefängniß zu Paris gestorben war. Zwar nennt sich «eitdiesem letzter« Todesfälle der Hinterbliebene Bruder des nilhaupts'ten Königs, der Graf von Provence, Ludwig XViii-, doch w>ewenig seine Pratendentenschast, so wie seine Prvtcstation wider dwneue Kaiscrwürde (aus Warschau vvm 6 . Juni 1804) bishertrabsichkigten Erfolg gehabt habe», liegt vor Aller Augen. Vo»