r.xxvrr
Chl
ausgemacht ist, bis man sich etwa auf audre Weise vereinigt. VieleElasten begehren nicht die Priicedenz, sondera nur die Gleichheit. Kanneiner aber Präcebenz oder Gleichheit nickt erlangen, so gibt es mehrereAuskunftsmitlei, um so anstößigen Auftritten, als ehemals häufig vor-fielen, auszuweichen- Entweder kommt der Regent incoguilv odersendet einen Gesandten andern NangeS als der, mit dem er um diePräcedenz streitet, oder der Regent oder sein Gesandter erscheinennicht bei der Feierlichkeit, oder wenn man erscheint, prvtestirr manoder läßt sich einen Revers ausstellen. In Verträgen zwischen zweiMächten werden zwei Eremplare gemacht, und jedes entweder nurvon einem Theil unterschrieben oder von beiden in der Art, daß jederda- Eremplar erhält, worin ihm der Ehrenplatz zugestände» ist. Woder Eontrahenten mehrere sind, da müssen oft viele Ernnplare aus-gefertigt werden. Uebrigens kann man ein persönliches Ciremoniel,«in Canzlei-Ceremonie!, See- Gcsandtschafts- Kriegs-Ceremonie!unterscheiden. DaS Eanzles-Ceremoniel bezieht sich anf Ausfertigungder Canzlei- vder Staaisschrejben, in Ansehung derer folgende Punctebeobachtet werden: i) Regelmäßig werden sie in der Staatssprachedes schreibenden Hofes abgefaßt, 2) an Gleiche oder Geringere ge-richtetfangt der Schreibende mit seiner eigenen Titulatur an, wor-auf der Titel des Empfängers, die Bezeichnung des gegenseitige»Verhältnisses,, die Begrüßuugsformel und dann erst die Anrede folgt.(Z. B. der König von England an Katharina: 6-orgo s>»r I» 6r,o»äo Oisu Isoi <Ie la t-ronll« Ursrsßn», L I» kich» Haut», lrd» ?ui»-«»uls kiinvo»»«, dfokr« ti ei clioro Lasur, er krsnllo Ouclco»»« clorours la K.USSIS» «tv. Lslllt, Lonksnr er krossierite, Vrd» Houl»,ire« kui»«»ul« «t trv» illiirtro krinco«,«! Die Titel Vater, Bru»der, Oheim, Neffe, Vetter werden dabei meist in politischemSinne gebraucht), z) Im Contcrt, welcher uuabgesetzt auf die Au,rede folvt, redet der Schreibende von sich in der Mehrzahl Wir,Uns, und gibt vem Empfänger den gebührenden Titel: Majestät,Durchlaucht, Liebden u. s. w. 4) Mit einer hergebrachten Schluß-svkMel (biou» zirion» Oiou, czu'ii Von« sie Dre» Haut keines,läotr« tzon tcsr« «r aioi «n «a Liiulo «t cljgn« 6»räv) wird derBrief geendigt- Dann folgt abgesetzt Bezeichnung des Orts, desTages, der Jahreszahl, auch wohl des Regicrungsiahres, wo er aus-sefertigt worden. Hierauf wird 5) die Anrede wiederholt oder auchder Brief bloß nach Umständen von dem Minister contrasignirt, vondem Fürsten unterschrieben, ü) Die Aufschrift enthält den ganzen Titeldes Empfängers und sein Verhältniß zu dem Schreibenden. 7) DieAusfertigung geschieht anf großem, schönen Papier, meist ohne Cou-verr, immer aber mit Anfdrückung des großen Staatssiegels. Vondem übrigen Ccremoniels an seinem Orte.
Chla 0 ni (Ernst Florens Friedrich), geb. zu Wittcnberg im I.^ 75 ü, ist der Sohn des ehemalige» berühmten Ordinarius der da-ngen Juristenfacultät E. M- Chla denins. Mit Wegwerfung der'"eimschcn Cndigung nahm der Sohn seinen allen Ungarischen Ge-Ichlechtsnaincn wieder an. Nach einer sorgfältige» Erziehung im vä-A"cken Hause erhielt er seine erste gelehrte Bildung in der Fürsten-rchule zu Grimma. Dort und hier der schönen jugendlichen Freiheitveraubt, wurde seine Sehnsucht nach ihr nur »m so größer, und ein^.unwiderstehlicher Hang »ach Unabhängigkeit wurzelte in ihna, undrestlmmte auch späterhin sein Geschick. Vor der Hand ging er diegewöhnliche Lausbahn. Wie sein Vater widmete auch er sich ttus bei-