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Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
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Worin dieser besiehe wird man leicht finden, wenn man daS, Ma-die Konversation ausmacht, genauer erwägt. Sie isc zuvorderst Un-terhaltung; man verlangt also von icoem Mitgliede der Gesell-schast einen persönlichen Beirrag zu dem Vergnügen durch Talentebesonders in der Unterredung, denn sonst kommt die gähnende Lau-gemeile geschlichen. Diese Unterhaltung aber soll gesellig seyn;man erwartet demnach, daß kein Mitglied pcdantifch sich und sei-ner Sphäre eine übergroße Wichtigkeit beimeffend, durch sein breikeSIch ermüde; oder zu egoistisch die Theilnahme der übrigen beschränke,oder zu rechtyaberiich seine Meinungen mit Ungeuüm geltend ma-che, wodurch Verdruß erregt werden würde. Die>e» zu vermeidenist eine Haupiforge der feinern Zirkel, weiche vielmehr dahinstreben, jedem eine gure Meinung von ihm beizubringen, und alsder Erister seiner angeuehmen Selbstgefälligkeit rhm selbst angenehmzu werden. Als feine Zirkel müsse» sie uorhwendig verlangen, daßder Conversatisnstvn wenigstens ein guter, wo nicht eui feinerTon sey. Der gute Lva vermeidet alles, was gegen die Achtunganstoßen konnte, Sie ein gesstteter Mensch dem andern schuldig ist,verletzt deshalb nie de» Anstand, verstehc sich zu Aufmerisamkcilcii,uuterdrüclr seine Lerdeuschafcen und zeigt in seinem ganze» Gen. hink»ei» gewisses Wohlwollen, das er aus Achtung gegen die Gesellschaftselbst denen richt entzieht mit denen er sonst vielleicht in gespauulcaVerhältnissen steht. Der Meister des guten Tons vermeioet abereine zu sichtbare Aufmerksamkeit und studier- Höflichkeit, die zu Er-wiederungen nöthigt» den Gesellschafter bcläjrrgr und mehr als dieUnaufmerksamkeit und Gleichgültigkeit peinigt. Der feine Ton(Urbanität genannt im Gegensatz gegen den plumpen bäuerischenTon, die Rnsticität, der übrigens viel Gntmütkigkeit habenkann,) gibt dem Wohlthuenden in unserm geselligen Betragen dieForm der Schönheit, weiche den Werth dessen, was man mittheilt,durch die Art, wie es mitgetheilt wird, noch erhöht. , Dieser Tonläßt sich nicht erlernen, die Erziehung der höheren Stände aber, wodiese wirklich auch zugleich die gebildeteren, feineren Zirkel bilden,sorgt wenigstens für etwas das ihm ähnlich sieht. Durch siiäschwel-gende Uebereinkunft hat man gewisse Regeln festgesetzt, deren Kennt-niß dem Kinde früh beigebracht uud au deren Beobachtung es ge-wöhnt ivird, damit das Benehmen darnach zur Fertigkeit werde.Mir der Fertigkeit in Ausübung einer bloß konventionellen Höflichkeitnnd Etikette dürfte sich aber nur dann jemand schmeicheln, swon denechten Conversatlvnvtou z» haben, wenn sene feineren Zirkel, woriner,herrscht, nicht zugleich auch die gebildetere» Zirkel waren.Die Feinheit bezieht sich auf das sittliche Gefühl, blc Bildungbezieht sich auf den Geist. Wie dürste es einer waacn, sich denGebildeten zuzuzählen, dessen Geist nie auf höhere als bloß fiun-Uche Bedürfnisse gerichtet gewesen wäre, der über Welt und Men-schen nie ernster nachgedacht, von der Natur und Bestimmung desMenschen, der Einrichtung göttlicher und menschlicher Verfassungen,von Ereignissen der Zeit und den Ursachen derselben iu dec Vergan-genheit sich keine Äeinitniffc verschafft härte; wennauch nicht ae--lehrke, so doch wohlgeordnete deutliche. Demnach sind Phrlosovbredes Lebens, Narur- und Menschenkunde, Geographie, Gescbichreder Natur und Menschheit Kenntnisse, die für ihn so unerläßlichUnd, a>g Ausbildung des Geschmacks durch Aneignung der Schön-heiten der Kunst. Wer ohne solche Kenntnisse uud Kultur zum ge»