Band 
Zweiter Band. Von Compass bis Fleury.
Seite
CVI
JPEG-Download
 

r.vi

Eott

fettigen Umgang kommt, der wird bei aller eingelernte« und «luge»übceu Etikette doch nur ein Figuraut bleiben, oder, wenn er Dunkelgenug har, der sich freilich mir Unwisscnkeir gewddnlich paare, ei«leerer S>! wayer sevn, die man in wahrvaft feinen und gebildete»Zirkeln höchstens duldet, wenn man etwa aus Rücksichten muß. Hiewahre gute Lebensart besteht wahrlich nicht darin, daß mau vielleere Worte sagt, die menschliche Gesellschaft bat einen erhabnere»Zweck, und ihre Vergnügungen beruhen auf einem besseren Grunde.Der Mensch fett sich unter sich selbst herab, wenn er redet um uiwtSzn sagen. — Ist «ua aber die Eonversatio» von solcher Acr; so hatla Ro usse auwvblrechr, wenn er den Konversationston also smiidert:„Der gute gesellschaftliche Ton, sagt er, ist weder schwerfällig nochflatterhaft, er ist fließend und natürlich, verständig ohne pedantisch,fröhlich ohne lärmend, zierlich rhne gekrümelt, artig ebne abge-schmackt, scherzhaft ohne zweideutig zu seyn. Man macht wederAbhandlungen noch Epigramme; man spricht vernünftig ohne schnl-pcrechre Schlüsse zu machen, man scherzt ohne Wortspiele und ver-bindet ans eine geschickte -Art Witz und Vernunft, Lehren und guteEinfälle, sinnreiche Saryre», gut angebrachte Schmeicheleien undstrenge Moral; man spricht da von allem, damit jeder etwas sa-gen kenne, vertieft sich aber nicht in Untersuchungen, um nichtLangeweile z» errege»; wirft nur im Vorbeigeht! Fragen aufund handelt sie s«»cll ab; spricht deutlich und also auch zierlich;jeder sagt seine Meinung und unterstükt sie mit wenigen Wor-ten ; keiner bestreiket die eines andern mir Hitze, keiner vertheidigtdie seinlgc mit Hartnäckigkeit; man untersucht, um sich zu belehre»und Hort auf ehe man in Streit gerälh; jeder unterrichtet, jederunterhält sich, alle gehen vergnügt aus einander und selbst derWeise kann würdigen Stoff zu stillen Betrachtungen mit sich neh-men." Das Genie hat oder nimmt, wie überall, die Erlaubniß,diele Regeln zu überspringen und geniale Extravaganzen könnenbisweilen der Eonversarion das höchste Interesse geben, allein nurselten und ohne Uebertreibung finden diese -Ausnahmen Statt, undder Fliegende vergesse nie zu der lustwandelnden Gesellschaftzurückznkehreii. Hauptsache bei der Eourersation ist, das Tri-viale zu meiden, oder doch zu colorire», allein es erfordert ei-nen reiche» Fund von -Ausbildung und Geist, immer etwas Gutesund Feines zu sagen, und noch seltener ist ein immer regsamerTakt, um das Wort zu seiner Zeit zu sage» oder zu unterdrücken.Das poetische Genie fehlt oft darin, -aß es zu wenig und un-passend seine Funken sprüht, bas. Humoristische, daß es zu viel undungezügelt brillirt. Reizende Gesellschafterinnen sind die Graziendes Widerspruchs, wen» sie n!»t maskirte Furien sind, reizendnaive Vestalinnen, wenn sie nicht über der Obhut des heiligenFeuers sich steif gesessen haben. Der fröhliche Weingott tingirtgern alle Nuancen der Eonversation mlt helleren Farbe», doch darfer nlchc die Hefe seines Pokals zur Farbengebung mischen. DekMorgen ist die Zeit der ernsten und einsamen, der Abend die Pe-riode der frobliwen und gelelligen Eonversariou — gegen Mitt«-gedecht die geschäftliche — des Nachmittags die peripaterische Un-terhaltung; doch die Freundschaft und die Liebe unterhalten siEru jeder Stunde des Tages und der Nacht. Der Vorwurf, den moN<o oft der Bildung znr guten und feilte» Lebensart gemacht ln»,dass sie die Falschheit begünstige und die Ehrlichkeit beeinkrä«-