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Fünfter Band. Von I bis L.
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Illuminatenorden Illusion

nachdrücklich die Darlegung des ganzen Systems federte, erhielt ervon diesem das Geständniß, daß bis jetzt nur die untere Klaffe, diePflanzschule in einigen katholischen Provinzen errichtet sey, und zu-gleich die Auffoderung, nach seinen Materialien die höhern Gradeauszuarbeiten. Knigge erklärte sich bereit dazu. Bei einer persön-lichen Zusammenkunft vereinigte man sich über die Art und Meise,und bevollmächtigte zugleich Knigge, den bevorstehenden Convent derFreimaurer zu Wilhelmsbad zu einer Vereinigung beider Orden zubenutzen. Knigge's Bemühungen blieben nicht ohne Erfolg. Er ge-wann unter andern Bode, der, nachdem er sich genau von allemunterrichtet und bis zum Jlluminatus dirigens hatte aufnehmenlassen, frömlich versprach: treu und eifrig für den Orden zu wirken,demselben die Oberhand in dem neuen Systeme der Freimaurerlogenzu verschaffen n, s. w. Doch, früher als Bode sein Versprechen er-füllen konnte, eilte der Orden seinem Ende entgegen. Knigge undWeishaupt, von verschiednen Ansichten geleitet, entzweiten sich, understerer sagte sich endlich am isten Julius 17Z4 von aller fernernTheilnahme los. So in seinem Innern zum Untergänge reif, mußteder Orden den äußern Verfolgungen bald unterliegen. Schon 178Thatten sich Stürme gegen ihn erhoben, und am obsten Juni 1784erschien ein churfürstl. bairischer Befehl, der alle geheime Verbrüde-rungen aufhob. Obwol die Jlluminaten, so wie die Freimaurer ge-horchten, so erschienen dennoch heimliche Denunciationen, zu derenBeweis die Angegriffenen umsonst auffoderten. Ein zweites Verboterfolgte am oten März 1735 , von Pater Frank und Kreitemeyeruomine 8erenis5iiui erlassen. Zugleich sing man an, ohne je ei«Beispiel des Ungehorsams beweisen zu können, einige der rechtschaf-fensten Mitglieder des Ordens zu bestrafen. Weishaupt wurde seinesAmts entsetzt. Er fand bei dem Herzog Ernst von Gotha Aus-nahme. Nun erst wurden die aus dem Orden getretnen Utschneider,Coffandey und Gränberger, die schon lange die heimlichen Angebergewesen, vor eine geheime Commission gerufen, um alles, was sie.vom Orden wüßten, schriftlich anzuzeigen, und ohne weitere Gewahreidlich zu erhärten. Doch noch vor ihrer Beeidigung machten Kreite-meyer und Dumhof uomilie Serenissiitri das dritte Verbot bekannt.Trotz der darin versprochn«: Verzeihung dauerte die Verfolgung fort.Viele würdige Männer wurden abgesetzt, verwiesen, eingesperrt.Bei dem Prozesse ging man jedoch mit Schonung und billiger Rück-sicht auf die Verhältnisse der Personen zu Werke. Aus dem Gesagtengeht hervor, daß die Aufhebung dieses Ordens, der einen wahrenStaat im Staate bildete, durchaus rechtmäßig war; aber die Art,wie man verfuhr, war es nicht ganz. Was von dem Einflüsse derJlluminaten auf die französische Revolution gesagt worden ist, sindleere Träumereien.

Illusion (Täuschung). Dieser Ausdruck hat, ob er gleichvon dem lateinischen illnäoro d. i. tauschen, betrügen, berücken,verspotten, auch vereiteln, fruchtlos machen (z. B. ein Gesetz, dessenBuchstaben man umgeht) herkömmt, in dem gesellschaftliche» Lebenund in dem Gebiete der schönen Künste eine günstigere Bedeutungerhalten, und bezeichnet eine Täuschung, der man sich gern, ja mitBewußtseyn hingibt, im Gegensatze des Betruges (krn»s) den manvermeidet, und der das Schöne nur erheuchelt, wenn die Illusion eserhöht. Illusion ist nämlich eine solche, größtentheils durch Kunsterzeugte Täuschung, welche auf dem Sinnenschein beruht, der ausge-