Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Inspiration Instanz 65

den für uns haben, fehlt aber sowohl jenen allzunüchtcrnen Kri-tikern, die eine nicht natürlich erklärbare Einwirkung des göttlichenGeistes auf menschliche Seelen für unmöglich halten, als auch denSchwärmern, die sich fortwährender göttlicher Eingebungen rühm-ten. Dergleichen eingebildete Jnspirirte gab es zu allenLeiten unter den Christen, besonders unter den Secten, die sich zumMysticismus neigten. Gichtel, Jac. Böhme und Swedenborg sindunter den Jnspirirten der neuern Zeit vor andern bekannt, und nichtnur die Camisarden und die jansenistischcn Convulsionairs in Frank-reich gaben vor, himmlische Eingebungen empfangen zu haben, auchdie Quäker, Methodisten und andere eraltirte Secten in Englandund Nordamerika glauben noch jetzt die begeisterten Reden, die sieim Moment der Ekstase bei ihren Versammlungen hören lassen, dergöttlichen Inspiration zu verdanke». Uebcrreste von den Camisar-den, jenen ursprünglich reformirten Schwärmern im südlichen Frank-reich , die um 1700 durch die Gewalt der Waffen unterdrückt wur-den, flüchteten nach England, und traten, da sie dort keinen Beifallfanden, 1710 in Deutschland aus, wo sie sich unter dem Namen derNeu-Jnspirirten, oder neuen Propheten, bekannt machten,auch in Berlin, Halle und einigen Städten am Rhein Anhang ge-wannen, und ihren Hauptsitz endlich in Berleburg aufschlugen. 'Hiergaben sie seit 17Z9 unter ihrem Oberhaupte dem Hofsattler zu Ma-rienborn Joh. Friedrich Roch ihr Tagebuch heraus, bis der Toddieses Mannes auch ihre Zerstreuung nach sich zog. Eigen war ih-nen besonders die Meinung, daß nun auf die ReligionsverfassungenGottes des Vaters (das Judenthum) und Gottes des Sohnes (dasChristenthum) auch eine Religionsverfaffung des heil. Geistes folgenund die Gabe der Weissagung darin allgemein verbreitet sein werde.In wiefern aber von fortwährenden Wirkungen des h. Geistes inder christlichen.Kirche die Rede sein könne, haben wir i» dem Art.h. Geist näher erklärt. L.

Jnspruck (Jnsprugg), in Tirol, Hauptstadt des baieri-schen Jnnkreises, am Jnn, über welchem sich hier eine schone Brückebefindet. Die Stadt ist an sich klein, hat aber ansehnliche Vorstädte,schöne Kirchen, Z74 Häuser und 10,000 Einwohner. Sie ist die Re-sidenz des Lands-Hauptmauns oder Gouverneurs über Tyrol,' sowie des Oesterreichischen Landcsguberniums über Oberösterreich. Kai-ser Leopold l. errichtete hier 1672 eine Universität, welche 1782 imein Lyceum verwandelt, >792 wieder hergestellt, im Jahre igro je-doch abermals aufgehoben und in ein Lyceum verwandelt wurde.Mit derselben war ehemals auch ein General->'cminarium füll Tv-rol verbunden. Die dortigen Handschuh-, Seidenzeug-, Bänder- undCattun-Fabriken, so wie die Glasarbeiten, sind nicht unbedeutend.Seit 1810 war sie eine Zeitlang die Residenz des Kronprinzen vonBayern (s. Tyrol).

Instanz. Abgesehen von derjenigen Bedeutung des WortesInstanz, in welcher es so viel anzeigt, als das deutsche Bei-spiel, nämlich einen in die Wirklichkeit getretene?,, oder nur er-dachten faktischen Umstand, welcher zum Beleg itgcnd eines allge-meinen Satzes dienen soll, ist der Ausdruck Instanz besonders injuristischer Hinsicht^merkwürdig. Es ist nämlich durch die allermei-

sten Gerichtsverfassungen hergebracht, daß der comp-tente Gerichts-stand eines Unterthanen, d. i. das Gericht, vor welchem er entwederin Hinsicht seiner Person, oder in Hinsicht der besondern in StreitS»»v. tN. Anst.) V Z