Jrttelligeüzblätt-r Interdikt 77
eben das Wesen der Intelligenz, die Natur des Ich, der Charakterdes Geistes. Man darf nicht vergessen, daß diese Ansicht lediglichvon dem idealistischen Standpunkte aus kann erhalten werden. Beiunsern Sprachmcngern bedeutet Intelligenz oft nichts weiter alsEinsicht, Verständigkeit, Bernünftigkeit. ciä.
Jntelligenzblätter heißen solche, wöchentlich gedruckte Bo-gen, in welche Nachrichten eingerückt werden, die schleunig zurKenntniß des Publikums kommen sollen. Die Anstalt, an welchedergleichen Nachrichten schriftlich eingeliefert werden, und welche si-darauf durch den Druck bekannt machen läßt, wird das Intelli-genz-Comptoir genannt. Bei den Römern vertraten die LctmV» xnü komsui, in welchen die Gebornen, Gestorbenen, Hochzeiten,Ehescheidungen, Todesstrafen, Adoptionen, Manumisfionen, wie auchdie Ankunft der Fremden aufgezeichnet wurden und welche jedermannlesen und nachschlagen durfte, die Stelle solcher öffentlicher Nachrich-ten, welche auch späterhin an öffentliche Gebäude und dazu errichteteSäulen angeschlagen wurden. Den ersten Vorschlag, ein Intelligenz-Comptoir zu errichten, in welchem alle Nachrichten eingegeben undzu Papiere gebracht würden, damit die Nachfragenden beschickenwerden könnten, soll der Vater des Montagne, der i 56 g starb, ge-than haben; John Jnnys war hingegen der erste, der 1637 ein sol-ches Intelligenz-Comptoir wirklich zu London errichtete. Er nanntees tlle otiico ok iuteliigeuos und erhielt vom König Carl I. auf40 Jahre ein Privilegium darüber. In Deutschland hat der BaronWilhelm von Schröder, der r 663 ermordet, wurde, zuerst dem Kai-ser Leopold einen Entwurf zu einem Intelligenz-Comptoir über-reicht, welchen Herr von Boden 1703 wiederholte, worauf dann-727 zu Berlin, 1729 zu Halle, 1744 zu Augsburg, 1748 zu Nürn-berg, 17Z0 zu Hannover und 1763 zu Leipzig Jntelligenz-Comptoireerrichtet wurden.
Jntension bedeutet die innere Stärke oder Kraft, im Ge-gensatze der Ertension oder Ausdehnung. So spricht man von einerJntension der Gefühle, wenn man die Innigkeit derselben anzeigenwill; in welchem Sinne man sich auch des Beiworts intensiv be-dient. Intensives Leben nennt man ein solches, dessen Dauerman nicht nach der Zeit, sondern nach der Wirksamkeit und demGenusse berechnet. Intensiv vergrößern heißt verinnigen,dem innern Werthe nach erhöhen. Intensität ist eben so viel,als intensive Stärke, d. h. die innere, nicht vo» der Quantität,sondern von der Qualität der Theile abhängende Wirksamkeit eineskörperlichen Stoffes. Ein Verbum inteusivum (in der Sprachlehre)ist ein verstärkendes Zeitwort: z. B. betteln ist das vsibum iuteu-sivum von bitten.
Inte r biet hieß der große Bann , mit dem der Papst ganz«Städte, Provinzen und Lander zur Strafe der Widersetzlichkeit be,legte, welche sich die Einwohner oder die Regenten gegen ihn uni>den Klerus hatten zu Schulden kommen lassen. Es war der furcht-barste Schlag, der das Volk und die Fürsten treffen konnte. AllemGottesdienst hörte auf, die Kirchen wurden verschlossen, keimeGlocken durften mehr geläutet, keine Sacramente verwaltet, keim:Leichen mit kirchlicher Feierlichkeit beerdigt werden; was sonst heilsi;und segenßvoll hieß, Kreuze, Gnadenbilder, Altäre, war nun ent-weiht und kraftlos. Dieß schreckliche Anathema wurde zuerst vollErezsr V. 9^3 gegen Frankreich, dessen König Robert sich vo,r