y8 Zrvegular Irrthum
ist, als eine andere. Ein irratonsles Verhältniß ist ein solches,deren Größen kein gemeinschaftliches Maaß haben. Diese Beschaffen,heit der Größen selbst nennt man daher Irrationalität. IVI. d,.
Irregulär ist überhaupt alles was von der Regel abweichtund dieser zuwider ist. In der Mathematik heißen Raumgestalrenirregulär, wenn die Seiten oder Winkel oder Ecken oder Flächennicht von gleicher Größe und Gestalt sind, im Gegensatz der regu-lären, bei welchen diese gleich sind. lVl. O.
Irritabilität, s. Leben.
Irrlicht oder Irrwisch heißt eine kleine leuchtende Lufter-scheinung wie die Flamme eines Lichts, welche sich eben so zeigt, wieentzündetes Wasserstoffgas. Gewöhnlich erscheinen Irrlichter da, wothierische Substanzen faulen, als auf GSttesackern, Schlachtfeldern,Schindangern, in' Sümpfen rc. Der leiseste Hauch der Luft bewegtsie fort, daher scheinen sie von einem Orte zum andern zu hüpfen.Wer sie nun in der finstern Nacht für wirkliche Lichter in Häusernhält und ihnen folgt, wird irregeführt; daher ihr Name. DerAberglaube und die Unbekanntschaft mit der Natur hat sie in derVorzeit zu bösen Geistern gemacht, welche die Menschen irre leiteten.In warmen Sommernächten werden sie öfterer gesehen, als im Win-ter, und sind überhaupt in südlichen und warmen Gegenden häufiger,als in nördlichen und kalte». In jenen sind sie auch größer, z. B.in Spanien oft ir Fuß hoch. Ihre Natur ist noch unbekannt;wahrscheinlich aber bestehen sie aus gephosphortem Wasserstoffgas,welches sich aus faulenden Körpern entwickelt, und bei der Berüh-rung mit der Luft entzündet. b-l. I,.
Irrthum (in der Logik) heißt, wenn man den Schein dervollständigen Gedenkbarkcit einer Sache für Wahrheit annimmt.Denn da Wahrheit in der vollständigen Gedenkbarkeit einer Sachebesteht; so wird der bloße Schein dieser vollständigen Gedenkbarkeit,wenn derselbe für die Wahrheit genommen wird, nothwendig Irr-thum seyn müssen. Dieser Schein wurde von den Alten speoies verigenannt, und sie behaupteten mit Recht, daß ein jeder Irrthum ei-nen solchen Schein voraussetze, weil, wenn der Verstand einsieht,daß eine Sache nicht vollständig gcdenkbar ist, oder aber, wenn erdie Nichtübereinstimmung uüd den Widerspruch seiner Gedanken deut-lich wahrnimmt, er solches unmöglich für wahr halten könne. DieserSchein bezieht sich nun entweder auf die logische Form, oder auf dieMaterie des Urtheils. Im ersten Falle entsteht der logisch-for-male, im andern der reale, oder materiale Irrthum. EineErkenntniß, die den Gesetzen des Verstandes , d. h., sich selbst wi-derspricht, ist logisch falsch. Irrt der Verstand; so merkt er die-sen Widerspruch nicht, sondern er hält alsdann die Nichtüberein-stimmung der Gedanken mit den Gesetzen des Verstandes für nichtvorhanden. Wird nun dieser Schein aufgedeckt; so verschwindet derIrrthum. Der reale Irrthum bezieht sich auf die Sache und be-steht in dem Widersprüche der Gedanken und Urtheile mit den Ob- ^jecten. Der formale Irrthum läßt sich aus logischen Grund- ^sätzen erkennen; der reale oder materiale aber nicht, weil die >Vorstellung eines besondern Objects nach etwas ganz anderm be- ,stimmt wird, als nach den bloßen Gesetzen des Denkens, weil durchdiese allein nicht begriffen werden kann, ob unsere VorstellungenMit den Gesetzen übereinstimmen, oder nicht. Da nun die allgemeineSogik von allem Inhalte der Erkenntniß abstrahirt; so kann sie auch