Italien 127
Frankreich auch Saluzzo, die letzt« französische Besitzung in Italien,«» Savoyen vertauschte, und der glücklich fortdauerte, bis zum Erb-solgcstveit über Ma n tu a und Montferrat, nach Aussterbender Ganzaga <1627), wodurch des dreißigjährigen Krixges Roth auchüber Italien kam. Unglück in Deutschland nöthigte Ferdinand II.,beide Länder (16Z1) Frankreichs Schützling, Carl von Revers,zu Lehn zu reichen, dessen Geschlecht bis zum spanischen Erbfolge-kriege in deren Besitz blieb. Zugleich erlangte Richelieus Schlau-heit im Frieden von Chierasco (16Z1.) Pignarol und Eosale,als feste Stützpunkte zu neuen Einfällen in Italien; wiewohl erletzteres (163?) wieder aufgeben mußte. Durch den Abgang desHauses dclla Rovers, dem Julius II. das Herzogthum Urbino ver-liehen, siel dieses i63r dem päpstlichen Stuhle anheim. Der FriedeItaliens wurde, außer einigen Unternehmungen Ludwigs XIV. aufSavoyen und Piemont (von Neapel s. diesen Art.), in der zweitenHälfte des i/ten Jahrhunderts nicht gestört, und schien durch denTuriner Neutralitätsvertrag (»696) aus lange gesichert zu seyn; alsder spanische Erbfolgckrieg ausbrach. Dieser verwandelte in Ita-lien vieles. Oestreich eroberte 1706 Mailand, Mantua und Mont-serrat, behielt die erstern beiden für sich, und gab letzteres an Sa-voyen. Im utrechter Frieden (1714) bekam -Oestreich noch Neapel,und Savoyen Sicilien; zur Gränze zwischen Frankreich und Italienwurde der Mont Genievre bestimmt. Parma und Piacenza erhielt,als 1727 das Haus Farnese ausstarb, der spanische Jnfant Carl.Schon 1718 wurde Sicilien dem Herzog Victor Amadeus von Sa-voyen durch Spanien, und diesem wieder durch Oestreich entrissen.In dem polnischen Thronfolgekriege von 1733 eroberte Carl Eina-nuel von Savoyen, mit Frankreich und Spanien verbunden, Mai-land, und behielt davon im wiener Frieden (1788) Novara undLortona, so wie er, für Sicilien, Sardinien bekam, und von nunan König von Sardinien hieß ('s. d. Art. Sardinien). Der In-fant Carl von Spanien ward König beider Sicilien,und trat dafür Parma und Piacenza an Oestreich ab. Auch dieMediceer zu Florenz, seit i5?S Großherzoge von Toscana beti-telt, starben 1737 aus. Franz Stephan, Herzog von Lothrin-gen, erhielt nun, nach der Borherbestimmung des wiener Friedens,Tos rana, und machte, als er 2746 Kaiser wurde, daraus einelöecundogenitur des östreichisch-lothringischen Hauses. Im östreichi-schen Erbsolgekriege eroberten die Spanier Mailand (1748), wur-den aber durch Carl Emanuel wieder daraus vertrieben, welchemMaria Theresia zum Dank einige mailändische Landschaften, näm-lich Vigevanasco und Bobbio ganz, und Anghiora und Pavese zumTheil, abtrat. Massa und Carrara fielen 1743 durch Erbgangsrecht»n Modena. Parma und Piacenza eroberte der spanische JnfantDon Philipp für sich, verlor es zwar wieder, erhielt es aber alserbliches Herzogthum im aachner Frieden (1748) zurück. Sotheilten im i8ten Jahrhundert die Häuser Lothringen, Bourbonund Savoyen ganz Italien, bis ,aus den Kirchenstaat und die Re-publiken, welche, als Greise, so sich selbst überlebt, dem Treibender neuen Zeit, in die sie nicht mehr paßten, thatenlos und kraft-los zuschauten. Eine 40jährige Stille ging dem fürchterlichen Un-Aewitter vorher, das die Unsicherheit ihres Bestandes durch ihre*»«turz beweisen sollte.
Acht« Periode, Bon der französischen Revolu-