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Fünfter Band. Von I bis L.
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Italiänische Musik Italiänische Sprache 137

Wohlgefallen an der neuern französischen Musik gewaltsam hinauf-gesteigert hat. Es sollte uns überhaupt leicht werden, zu beweisen,daß selbst die Franzosen an den Werken ihres Rameau und Lülly,die das, was sie waren, ausschließlich und nnvermischt zur Erschei-nung brachten, ein wahrers, natürlichers und ungetheilteres In-teresse genommen haben, als an den sämmtlichen Erzeugnissen ihrermodernen Musik, die eben, weil sie weder französisch, noch italiä-nisch , oder deutsch ist, weder den Forderungen der Franzosen, nochder Ausländer entsprechen kann. Daraus folgt aber auch eben sonatürlich, daß es ein gänzlich unstatthaftes und widersprechendesVerlangen ist, wenn man den Franzosen zumuthet, daß sie von denWerken deutscher Musik, die ihrer innern Geistesbildung durchausnicht entsprechen kann, einen wirklichen Geschmack finden sollen. Eswird daher stets ein mißliches Unternehmen bleiben, für deutscheMusik, und insbesondre für Mozarts Werke, in Frankreich aufrich-tige , wahre Theilnahme zu erregen. Man wird dort freilich, wiebisher auch der Fall gewesen ist, sich auf das redlichste bestreben,der deutschen Musik Geschmack abzugewinnen, man wird derselbennothgedrungen eine öffentliche Achtung darbringen wollen; aber in-nerlich kann und wird kein Franzose, jemehr er dies nämlich im ei-gentlichsten Sinne des Worts ist, an deutscher Musik sich wahrhaftergötzen können, so wie überhaupt dem französischen Volke nie derSinn für eigentliche romantische Poesie aufgehen wird. Ein anderesVerhältniß tritt freilich zwischen der deutschen Nation und der fran-zösischen Musik ein: theils sind die Deutschen allgemeiner gebildet,und finden also auch an Einzelnheiten, da, wo diese, wie bei denFranzosen, in ihrer Art vollkommen ausgebildet sind, Vergnügen,theils ist die Bildung unter dem großen Haufen der Deutschen auchzur Zeit noch prosaischer, als eigentlich romantisch, weswegen dennauch jene prosaisch-witzigen Erzeugnisse der französischen Kompositiondem deutschen Geschmacke dann und wann noch inniger zusagen, alses billig der Fall seyn sollte. kg.

Italiänische Sprache. Die Gränzen der italiänischenSprache lassen sich nicht wohl mit Bestimmtheit angeben. Im Nor-den wechseln gegen die Schweiz, Tyrol und die übrigen Nachbarlän-der die Thäler und Gegenden wo deutsche, italiänische oder auchnoch Dialccte der altromanischen Sprache vernommen werden, ausdas mannichfaltigste unter einander. Setzt doch das Meer keine be-stimmte Gränze. Bei der frühern Verbreitung der Jtaliäner auchüber die nicht eigentlich italiänischen Inseln des Mittelmeers überdie Eilande und Küsten des nahen Griechenlands, wer mag es be-stimmen wo der letzte italiänische Laut einheimisch erklinge? In dasunbestimmte verliert sich ebenfalls die Entstehung dieser schönenSprache. Die allgemein verbreitete Vorstellung, als sey sie durchVermischung des Lateinischen sdes Lateinischen, wie wir solches auLden altrömischen Schriftstellern kennen) mit den barbarischen Spra-chen zur Zeit der Völkerwanderung entstanden, ist unrichtig. Dierömische Sprache, welche der Neuere aus Cicero und Horazius er-lernt, war nur S ch ri st spräche, nicht Sprache des Volkes. Letz-tere mußte der Erfahrung und Natur der Sache nach, bald mehrbald weniger auffallend sich von jener trennen. Bei jener war eineVermischung mit den Dialecten der Barbaren nicht wohl denkbar,wovon als deutlicher Beweis angesehen werden mag, daß die alt-römische Sprache in dem frühern Mittelalter noch lange vor Wieder-