Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Iagdregale Jahr

der Schieß- und Fangzeit, und die Mitjagd; zwischen dem Lan-desherrn und den Privateigenthümern, und zwischen mehrern Pri- ,vateigenthümern allein aber die Koppeljagd, wenn zwei odermehrere Jagdherren auf einem bestimmten Jagdreviere die Jagd-gerechtigkeit besitzen. Bei der Hirschjagd unterscheidet man noch diedeutsche Jagd, wobei man sich vorzüglich des Leithundcs undSchweißhundes bedient, und die französische, oder Parforce-jagd, bei welcher man einem Hirsche mit einer beträchtlichen An-zahl Jagdhunde, welche weniger schnell sind als er, so lange aufder Fährte folgt, bis er, durch die Flucht ermüdet, nicht mehr vonder Stelle weicht, sondern sich so lange gegen die Hunde, vertheidigt, °bis diese ihn niederziehen, oder bis er von den Jägern auf einedem Vocale, wo sich der Hirsch stellt, angemessene Art erlegt wird.Diejenigen Personen, welche sich mit der Jagd beschäftigen, heißenausschlnßwcise Jäger, welche die Jagd Wissenschaft (s. oben),die man auch wohl etwas uneigentlich bloß die Jägerei nennt,erlernt haben müssen. Weil jedoch der Inbegriff der gesammtenJagdwissenschaft für einen Einzelnen ein sehr weitläufiges Feld ist,so legen sich die Jäger gewöhnlich nur auf eine oder ein Paar Ar-ten von Jagden ganz vorzüglich, und hieraus sind nachstehende Ar-ten von Jägern entstanden, als: Hirschgerechte deutsche Jä-ger, Hirschgerechte französische Jäger, Fasanenjä-ger, Feldjäger oder Federschützen, Falkenirer,Wind Hetzer und Vogelfänger. Zur Ausübung ihrer Wissen-schaft brauchen sie Hunde, JagdMge und Gewehre, so wie aucheine technische Sprache, Weidmannssprache genannt. Mit ,dem Besitze des Jagdrechts sind auch sehr häufig Jagddiensteoder Jagdfrohnen verbunden, welche von andern bei Ausübungder Jagd dem Jagdherrn entweder theils blos mit der Hand,theils durch angespannte Wagen und angeschirrte Pferde, oder theilsmit Hand- und Spanndienste zugleich geleistet werden. X.

Jahr heißt der Zeitraum, in welchem die Erde einmal ihrenLauf um die Sonne vollendet, und die von ihr abhängigen Um-stände in der Natur zurückkehren; oder auch der Inbegriff derjeni-gen Veränderungen in der Natur und der Sage der Dinge, welchein diesem Zeiträume vorgegangen sind. Nach der ersten Bedeutungsagt man z. B. ein verflossenes, ein künftiges Jahr, nach der zwei-ten , ein gesegnetes oder ein unglückliches Jahr. In der Vorzeit,wo man glaubte, daß sich die Sonne um die Erde bewege, nannteman diesen Zeitraum einSonnenjahr. Es ist bei allen culti-virten Rationen das größte Maaß für die Begebenheiten in derZeit. Die Bestimmung des Sonnenjahrs, welche tiefe Kenntniß 'der Astronomie und genaue Beobachtung forderte, konnte nur nachund nach ihre Genauigkeit erlangen. Nach dem griechischen Geschicht-schreiber Herodot waren die Acgyptier die ersten, welche sich der ^wahren Größe des Sonnenjahres näherten. Sie theilten es in ieMonate, jeden zu 3c, Tagen, weswegen ihr Jahr Z6o Tage ent-hielt. Die Bewohner des hundertthorigen Thebens aber, welcheauf den Lauf des Mondes keine Rücksicht nahmen, setzten noch 5Tage hin-u. In der Folge bemerkten sie zwar, daß der Hunds-stern (Sirius), dessen Wiedererscheinung vor Sonnenaufgang die ue-berschwemmung des Nils ankündigte, alle vier Jahre um einenTag später aus den Sonnenstrahlen hervortrat, allein das Jahr >von 36S Lagen war mit ihrer Festrechnung so verwebt, daß eine