James Janitscharen i85
Hier endet der Fuß mit einem Worte, und der Zerstückelungen sindso viele, wie der Vers Füße hat, ohne daß eine Verbindung indenselben Statt fände. Einen größern Wohllaut wird folgenderJambus haben:
Belohnt, geehrt, gerühmt verstreicht sein stehen.
In diesem Verse befindet sich in der Mitte jedes Fußes die Eäsur.Da jedoch hier keine vollkommene Ruhe Statt findet, noch Stattfinden kann, weil nur am Schlüsse eines Fußes ein wirkliche« Endevorhanden ist; so ladet eben die Unterbrechung in der Mitte desFußes zur Fortschreitung ein, und darin liegt gerade die Annehm-lichkeit und die daraus entspringende Nothwendigkeit der Cäsurcn.(Siehe diesen Artikel/. I'st.
James (St.) heißt der königliche Pallast in Westmünster zuLondon, in welchem, nach dem Brande des Schlosses zu Whitehall,seit ,6g4 die Könige von England ihre gewöhnliche Residenz haben.Daher heißt der Hof oder das Cabinet zu St. James soviel, alsder englische Hof, oder die englische Regierung. Das Gebäude selbstist alt und nicht sonderlich groß. Merkwürdig darin find die großeHaupttreppe, der Audienzsaal, der große Saal, die große Anticham-> bre, in welchem sich der König und die königliche Familie jedenSonntag, Montag und Freitag dem Publikum zu zeigen pflegt,ferner die königlich lutherische, holländische, französische Capelleu. s. w. Bei diesem Pallaste befindet sich, unter.dem Namen St.Jan, es. Park, ein vortrefflicher Garten mit schönen Promena-den. Die große Allee, die den Park durchschneidet, hat tausend. Schritte in der Breite, und achtzig in der Länge. Dieser Park
I wird jedoch, aus Eigennutz des jedesmaligen Höflings, dem die
- Oberaufsicht desselben auf Lebenszeit übertragen ist, sehr schlecht
j unterhalten.' An den St. James-Park stößt der Green-Park. Die
i Gegend umher wird für die gesundeste in ganz London gehalten.
Janitscharen (ckenkiäscbari, Ieii-Äi.sabje:i) heißt der besteI und sehr in Ehren stehende Theil des türkischen Fußvolks. Dieses
i Corps ward unter Murad l. im Jahre ,562 errichtet, und bestand
' »us 8000 — Zovo Mann. Es wurde nämlich der fünfte Mann
i von allen Kriegsgefangenen dazu genommen, und dieser Armee der
Name llen-äitscbjLri (neue S oldaten) gegeben. Ein türkischerHeiliger segnete sie ein, indem er einem der Befehlshaber seinen' Rockärmel auf den Kopf legte, weswegen noch letzt an allen Ja-
^ «itscharen - Mützen, die hoch und von weißer Farbe sind , eine Art
i von Aermel herabhangt. Die Zahl der eigentlichen Janitscharen er-
l streckt sich nur auf 40,000 Mann; doch dürfte das.ganze Corps,
welches den Namen derselben führt, leicht an ,go,ooo Mann starkseyn. Anfangs wurden sie nur durch Christenkinder, jetzt aber durchgeborene Türken, ja auch häufig durch Janitscharen - arinder recru-lirt. Ihr höchster täglicher Sold ist, Kleidung und Essen abge-rechnet, ,L — i 5 Asper (60 machen einen Thaler). Sie sind in,62 (igg) Regimenter (Kammern, Oda's) eingetheilt, deren jedenicht über 800 Mann , gewöhnlich aber weit weniger enthält. Einjedes solcher Regimenter hat einen obersten Befehlshaber, der Aga,einen Unterbefehlshaber, der Oda-Baschi, einen Hauptmann,der Schiurbaschi heißt, und einen Koch, der in großem Ansetznsteht, und dessen Staatskleidung mit silbernen Löffeln, Messern U.dergl. behängen ist. Sie führen eine lange schwere Flinte, einenkurzen Säbel, ein Messer, und im Gürtel ein Pistol, weiche Waffen