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Fünfter Band. Von I bis L.
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Jeanne d'Arc iy-

den Thron. Er besaß alle Eigenschaften, welche die Liebe und Theil-nahme der Franzosen für ihn erregen konnten; aber ihm fehltenStandhaftigkeit und Entschlossenheit. Der Vertrag von Lroyes warder Nation verhaßt. Sieben Jahre lang hielt sich Carl aufrecht,trotz aller Unfälle. Ihm blieb zuletzt fast nur Bourgos und dessenGebiet. Paris und das nördliche Frankreich bis an die Loire warenin englischer Gewalt. Salisbury belagerte Orleans seit dem ir. Oct.»4-8, das Gaucour tapfer vertheidigte. Fiel es, so schien der jungefranzösische König verloren. Diese Ansicht der Lage des Reichs mußteüberall die Gemüther beschäftigen; wer kann, wer wird unsern Kö-nig retten? fragten ängstlich alle gutgesinnte, dem König ergebeneFranzosen. Da lebte in den Thälern der Bogescn, an der altenGränze von Lothringen, im Dorfe Domremy, oder Domremy la Pücelle,wo man noch das Bauernhaus zeigt, in welchem sie geboren seynsoll, Jeanne d'Arc, die Tochter ehrlicher und in ihrer Artwohlhabender Landleute. Mitten unter schlichten, furchtsamen undabergläubigen Menschen, die Schrecken und Kummer bei dcm Un-glücke des Vaterlandes in unruhiger Erwartung der Zukunft erhielt,trieb Johanne einsiedlerisch, still in sich gekehrt, die Geschäfte de«Hauswesens, und führte zuweilen die Hecrde auf die Triften. IhreGeschichte ist aus das genaueste beurkundet. Die von De l'Averdyim 3 t cn Bande der Notirer et Lxtrsits cles mniausoritb <le 1 »bibliotlidgue <lu Roi. (knris r/go. 4.) aus 28 Handschriften überden Berdammungs - und Lossprechungsproceß der Jeanne d'Arc be-kannt gemachten Auszüge enthalten das Wichtigste. Sie war einMädchen von feiner Organisation und ungewöhnlicher weiblicherReizbarkeit. Diese erhöhte vielleicht der von ihrem Biographen auf-gezeichnete Umstand, daß sie dem Naturgesetze ihres Geschlechts nichtunterworfen gewesen-, und schon Dufresnoy bemerkt mit Recht,wie dies und die frühe Andacht und die Inbrunst des Mädchens ihreErscheinungen begreiflich machen könne. Jenes innige Gebet, die insich gekehrte Beschattung, und die ,,weltüberwindende" Einsamkeiterklären sehr wohl die dämonische Stimme, welche in dem Innernder Jungfrau ertönte, und als sinnetäuschendcs Gesicht vor sie hin-trat. Während ihre Gespielinnen unweit der Quelle bei Domremy,unter dem Feenbaum, die schöne Maie genannt, I- beau inui on1 'arbre lleü kses, der als ein altes druidischcs Heiligthum in hun-dert Ueberlieferungen und Gespenstergeschichten spukte, allerlei Mäd-chenspiele trieben, sang oder tanzte Johanna schwärmerisch allein,und band Sträußer für die heilige Jungfrau, in der kleinen Ka-pelle äe blstre-Oance äe Lelleniont, zu welcher sie gewöhnlichSonnabends wallfahrtete. Sie hat nirgends, am wenigsten in ei-nem Wirthshaus« gedient. Die englischen Chronikenschreiber habenaus Rationalhaß diese Thatsachen entstellt; selbst Enguerrand deMonstrelot in seinen klliroiiigires äs 1'IiiLtoire c!e l'rsnoe führtunerwicscne Umstände an. So irrt auch Hums in Ansehung ihresAlters. Die schöne Johanna war 18 Jahr alt, als sie zum Dau-phin nach Chinon in Touraine ging. Aufgefordert, wie sie erzähltedurch die Erscheinung ihrer Dame von Bellemont, Orleans zu ent-^tzen und Carln zur Krönung nach Rheims zu führen, iam sie imFebruar 142g zu dem Gouverneur von Baucouleurs, Robert vonBaudricourt, der sie anfangs für besessen hielt und zweimal fort-schickte, als sie aber zum dritten Male wiederkam, mit Empfeh-lungsschreiben nach Chinon sandte. Hier ließ sie der Dauphin zuerst