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Jeanne d'Arc
durch den Bischof von Mcaux und Jean Worin prüfen. Auch soll sieden Dauphin, der sich unter seine Höflinge mischte, sogleich erkannt,und ihm den Inhalt eines Gebets, das er zur Maria gethan, ge-sagt haben. Gewiß ist es, daß sie aufs neue zu Poitiers von sach-kundigen Männern, Theologen und Parlamentsräthen, drei Wochenlang geprüft wurde. Hierauf ließ sie der Dauphin auch noch vonseiner Schwiegermutter und ihren Hofdamen insgeheim besichtigen;und diese sagten aus: gn'ello ätoit entiöre et vrais pncelle.Nun erst gab man ihr an Daulon, dem biedersten Mann am Hofe,einen beständigen Wächter und Waffenbruder; und zugleich die Er-laubniß , mit Dünois den Entsatz von Orleans zu bewirken. Bonjebt an erscheint sie, wie Friedrich Schlegel sagt, als der schönsteCharakter, welchen die französische Geschichte aus der romantischenMitt'.lzeit auszuweisen hat. Bom Kopf bis aus die Füße gerüstet,(arnrao cle xie-i an L»x) in männlicher Kleidung, führte sie dasSchwert, wie die heilige Fahne, als Siegeszeichen dem Heere vor-an; aber weit entfernt von unweiblicher Grausamkeit oder Blutver-gießen, ist sie selbst zwar mehrmals verwundet worden, hat abernie getödtet, oder Blut vergossen, noch ist, sagt ihr Biograph,Friedrich Schiegel (in seiner Geschichte der Jungfrau von Or-leans aus altfranzösischcn Quellen (nach del Averdy's Auszügen ausHandschriften) Berlin 1802) andere irdische Neigung in ihr Herz ge-kommen , als die für das Vaterland, für den Abkömmling des hei-ligen Ludwig und für die heiligen Lilien. Auch bezeugen die Akten-stücke, sowol während ihres Processes 1481, als bei der Revisiondesselben 14LZ, die Thatsache, daß sie eigenhändig keine Feinde ge-tödtet habe, weil sie nach ihrer zarten Gewissenhaftigkeit die Seelender erschlagenen Engländer noch mehr beklagte, als ihre Leiber. In-deß scheint doch aus einigen Stellen des Len^Iet Oukresnoz- (klis-toire lle ilesnne 6 Krc, Vierte, kkeroins. knris i 55 Z.) zu folgen,daß sie nicht immer die Fahne trug, sondern auch von dem geweih-ten Schwerte, das sie aus der Katharinenkirche zu Fierbois, woNiem.nd davon gewußt haben soll, holen ließ, wirklich Gebrauchmachte. Die allgemein verbreitete Meinung von ihrer höher» Sen-dung, an welche sie selbst mit frommer Einfalt glaubte, brachte dieaußerordentlichsten Wirkungen hervor. Die Feldherren wußten durchsie, die offen und freimüthig, fest und beharrlich, ritterlich frommund kühn, nur ein.Aiel im Auge hatte, das Heer zu begeistern,ohne darum stets ihrem Rathe zu folgen. Die erste Waffenthat ge-lang. Mit 10,000 Mann, unser dem Befehle von St. Severe, Dü-nois und La Hire, brach sie von Blois auf, und zog den rg. April14-9 mit einer Aufuhr in Orleans ein. Durch kühne Ausfalle, wo-zu sie ermunterte, wurden die Engländer aus ihren Verschanzungengeschlagen. Suffolk hob daher die Belagerung auf, den 8- Mai 142g.Johanna eroberte hi.rauf mehrere von den Feinden besetzte Orte,und schlug sie bei Patay den 18. Junius, wo General Talbot ge-sanqckn wurde, und selbst der tapfere Fastolfe die Flucht ergriff.So wurde möglich, was vor drei Monaten noch unglaublich schien.Carl zog siegreich in Rheims ein. Bei der Salbung und Krönung,17. Julius, stand das Mädchen von Orleans dem König zur Seite,in voller Rüstung und in der Hand die Fahne. Sie vertrat dieStelle eines Connetablc, und hielt das Schwert über den König.Hierauf rollte sie, da ihr Auftrag vollbracht war, in ihre Heimathzurückkehren, ließ sich aber halten und blieb. Ganz Frankreich er-