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setzen ließ, als so oft sie sich in der vorhergehenden Rächt hatte ent-ehren lassen. Ihre Ausschweifungen konnten am Ende auch sewstidrcm V<ter nicht länger verborgen bleiben. Er gerieth darüberin ven heftigsten Zorn, und wollte sie anfangs gar umbringen lassen;milderte jedoch nachher dieß Urtheil, und verbannte fie auf einewüste Insel an der Küste von Campanicn, mit Namen Pandataria,'wohin sie ihre Mutter Scribonia begleitete. Er war auch so un-erbittlich gegen sie, daß er sie, selbst auf die dringendsten Bittendes Braks, nicht wieder begnadigen wollte. Doch ließ er sich end-lich bewegen, den Ort ihrer Gefangenschaft zu andern, und sie vonder Jus.l auf das feste Land nach der Stadt Rhegium zu schaffen.Nach Rom durfte sie jedoch nicht zurückkehren. Nach dem Tode desKaisers ward ihr Schicksal sehr traurig. So lange dieser gelebt,h ltte Liberius noch immer viele Zärtlichkeit gegen sie geäußert, undden Kaiser oft gebeten, sie zu begnadigen. Jetzt aber behandelteer sie mit der größten Grausamkeit. Vorher hatte sie blos dieStadt Rhec-ium nicht verlassen dürfen; Tiberius aber sperrte fiei« eigentlichen Sinns in ihrem Hause ein. Ja, er entzog ihr auchsogar die kleine Pension, die ihr Augustus ausgesetzt hatte, und sostarb sie im iZten Jahre ihrer Verbannung in Mangel und Dürf-tig cit.
Julianus (Flavius Julius Claudius), römischer Kaiser, wel-chem die Ehristen den Beinamen Apostat« gaben, Sohn des Ju-lius Konstanz, Bruders von Konstantin dem Großen, und Basili-ncns, seiner zweiten Gemahlin, einer Tochter des Präfecten Julian,p>ard am 6. Nov. ZZi zu Constantinopel geboren. Kaum 6 Jahralt. sah er, wie sein Vater und mehrere Personen seiner Familievon den Soldaten des Kaisers Konstanz H., seines Onkels, einesSohnes von Konstantin dem Großen, ermordet wurden. Er selbstund sein jüngerer Bruder Gallus entgingen nur mit Mühe demTode. Julian selbst lag gerade an einer gefährlichen Krankheitdarnieder, von der er sich, wie man glaubte, nicht wieder erholenwürde; und seinen Bruder Gallus rettete feine große Jugend.Beiden Prinzen verblieben nur Feinde als Stützen ihres hülfslose»Alters, und die Erziehung derselben wurde dem Eusebius von Ri-comedien anvertraut, welcher ihnen den Mardonius zum Lehrer gab.Man erzog sie im Chrisienthume, einer Religion, die damals amHofe der Kaiser noch neu war. Man ließ fie sogar in den priester-lichsn tand treten, um fie vom Throne zu entfernen: sie wurdenzu Vorlesern in ihrer Kirche erwählt. Diese Erziehung machte ei-nen ganz verschiedenen Eindruck auf die Gemüther der beiden Bru-der oeren Charakter an sich selbst schon sehr verschieden war. Gallus,der jüngere Bruder, wich nie vom Christenthum«, und erwarb sichdadurch das Lob der Kirchcnschriftsteller. Nichts destowcniger ergaber sich, als er zu der Würde eines Cäsars und zum Statthaltervon Syrien erhoben worden war, den größten Ausschweifungen undden ersinnlichsten Grausamkeiten. Erfaßte sogar, wie man sagt,den Ents . luß, den Kaiser Konstanz vom Throne zu stoßen, welcherihn dafür zum Tode verurtheilen ließ. Julian hatte, da er alt«:war, auch die Verfolgung, welche man an seiner Familie ausgeübt,so wie den Zwang und die Furcht, in welcher man ihn seine fu-gend hatte zubringen lassen, um desto lebhafter gefühlt. Er such»daher Trost in dem Studium der schönen Wissenschaften und derPhilosophie, und überließ sich demselben mit Anstrengung. Er ivor