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Fünfter Band. Von I bis L.
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Juno 27z

wachen zuzählen wollte. Daß Juno von einem so widerwärtigenCharakter war und auf nichts sann, als wie sie den Absichten ih-res Gemahls entgegen seyn konnte, davon findet sich die Ursache'in den ältesten vorhomerischen Gedichten von den Thaten des Her-kules. In diesen wurde Juno als eine dem Herkules feindseligeGottheit geschildert, die ihm schon bei seiner Geburt unheilbrin-gend erschien und nachher sich allen seinen Unternehmungen wider-setzte. Diese vorgefundene Idee machte Homer allgemeiner undschuf daraus eine feindselige Göttin, deren er sich stets bediente,wenn irgend ein Plan zu verhindern, oder irgend eine Unterneh-mung zu hintertreiben war. Man findet- bei ihm ein ausführli-ches Gemälde von der List der Juno, welche sie anwandte, um ge-gen das Gebot ihres Gemahls die Griechen schützen zu können.Außerdem wird sie aewZhnlich als die feindselige Verfolgerin allerder Frauen vorgestellt, welche Jupiter geliebt, und der Kinder,welche er mit ihnen gezeugt hatte. So z. B wollte sie Latonenkeinen Platz auf der Erde gestatten, wo sie ihre Niederkunft haltenkönnte; Alkmenen ließ sie durch ihre Tochter Jlithyia sieben Tagein Geburtsschmerzen arbeiten; Semele mußte durch ihren listigenRath vom Jupiter selbst den Tod empfangen. Unter den Kindernder Geliebten Jupiters mußten Herkules und Baccchus am meistenleiden. Sogardre Lhcbaner erfuhren die Wirkungen ihres Haffes, weilHerkules bei ihnen geboren war; auch Athamas u. dessen Familie wurdevon ihrverfolgt, weil er den jungcnBacechuS erzogen hatte. Ueberhaupträchte sie sich an allen denjenigen aufs Empfindlichste, die sich selbstoder andern einen Vorzug vor ihrgaben. Gide, welche sich fürschöner,als die Juno hielt, wurde von ihr in den Tartarus gestürzt, diePrötiden durch' sie rasend, und Liresias blind gemacht, weil er ihreinmal widersprochen hatte. Auch Pelras hatte das Schicksal, ih-ren Jörn zu reizen; und wem ist der Ehrgeiz und die Eifersuchtder Juno, als Urheberinn des trojanischen Krieges unbekannt?Die Schönheit der Juno ist von der erhabenen, majestätischen, Ehr-furcht einflößenden Gattung; es fehlt ihr das Sanfte, Einschmei-chelnde, die Herzen Bezaubernde der Venus. Als sie während destrojanischen Krieges'ihren Gemahl zur Liebe reizen wollte, um seineAufmerksamkeit von dem Gange des Krieges abzuziehen, mußtesie sich erst den Gürtel der Venus leihen, um ihren Gemahl zu be-zauhern. Auch gergaß sie nicht, sich mit großer Sorgfalt zu pu-tzen. Sie ringelte ihr goldenes Haar in Locken, salbte sich mitambrosischem Kele, dessen Wohlgerüche, sobald es nur angerührtwird, vom Olymp bis auf die Erde Herabströmen. Dann zog sieihr göttliches Kleid an, welches Minerva selbst gewebt hatte, undhakte es auf der Brust mit goldnen Haken zu. Die Füßx mitglänzenden Schuhen bekleidet, und unter dem Busen mit ihrem ei-genen Gürtel gegürtet, den Gürrel der Venus aber in demselbenverbergend, schwebte sie vom Olymp in himmlischer Schönheit nachdem Jda, wo Jupiler, von Liebe und Verlangen entbrannt, sichohne Mühe berücken ließ und nach dem Genuße der süßen Wonne,durch ein dichtes Gewölk den andern Göttern verborgen, an ihremBusen einschlief, während Neptun auf Befehl der Juno die Tro-janer zurücktreiben mußte. 2m trojanischen Kriege war sie insbe-sondere die.Schuhgöttin der Griechen; ja sie mischte sich zuweilengarselbst mit in den Kampf. So z. B. erlaubte ihrJupiter einst, denMars,',welcher einsFreund der Trojaner war, aus dem Treffen zu entfer-C°nv--.ex. (N.Aufl.) v, itz