»72 Iurüus Briefe Zuno
der Drucker des Duklic Lverli^sr, Äoodfall, wurde deshalb öf-fentlich angeklagt, aber vom Parlamente freigesprochen. Manhielt damals den berühmten Burke für den Verfasser jener Briefe,ohne daß sich jedoch diese Meinung bis jetzt im geringsten bestätigthat. Andere behaupteten, daß das achte Manuskript zu diesenBriefen auf einem Schisse aus Ostindien gekommen sey. Dieneueste Vermuthung nennt John Dunning, nachmaligen Lord Ash-burton, als Verfasser derselben. Es ist auch eine deutsche Ueber-setzung dieser Briefe (Mietau und Leipzig,, 17-76) erschienen.
Juno, bei den Griechen Here, die höchste und mächtigsteGottheit der Griechen und Römer nach dem Jupiter, war die Schwe-ster und Gattin desselben und eine Tochter des Kronos (Saturn)und der Rhea. Rrcadien, Argos und Samos rühmten sich, ihreGeburtsörter zu seyn. Am letztem Orte, am Ufer des JmbrafuS,zeigte man die längs demselben stehenden Gesträuche, Keuschb.aumgenannt, wo sie zuerst das Licht der Welt erblickt haben soll. RächEinigen wurde sie vom Oceanus und der Lhetis, nach Andernvon den Hören, wieder Nach Andern vpn den Töchtern des Afte-rion, Euböa, Prosymna und Acräa, oder auch von Temenus, desPelasguS Sohn, erzogen. Die Vermählung des Jupiter mit ihrwurde auf der Insel Kreta, nicht weit vom Flusse Lheron feierlichvollzogen und durch die Anwesenheit aller Götter verherrlicht. DieseEhe der beiden höchsten Götter des Pelasgischen Stammes wurdedemselben bei fortschreitender Cultur ein Vorbild des cylichen Stan-des, und die Geschichte, wie Jupiter die Juno geehlichr habe, inbesondern Mysterien mimisch dargestellt. Nach Homer genoß Ju-piter die Freuden der Liebe bei seiner Here ohne Wissen der Ei-tern derselben; auch soll er sie, nach Andern, durch List errungenund auf der Insel Samos gcheirathet haben. Dieß wird ssolgen-dergestalt erzählt. Nachdem Jupiter die Juno schon lange geliebtharte, ohne jedoch Gegenliebe bei ihr zu finden, sah er sie einst,von ihren Begleiterinnen getrennt, auf dem Berge Lhornar lust-wandeln und hier sich niederlassen, um auszuruhen. Run schickteJupiter plötzlech ein schweres Donnerwetter und wahrend desselbenstürzte er sich in der Gestalt eines vvn Masse und Kälte zittern-den Kuckucks zu Junos Füßen nieder. Mitleidig nahm diese dasarme Thier in ihren Mantel, welches sich nun aber in seine wahreGestalt umwandelte und ihr die Ehe versvrach, um von ihr ihreUmarmung zu erhalten. So wurde zwischen beiden das Bündnißgeschloffen und jener. Berg hieß von nun an Kokzygius. Er lagzwischen Hermione und Halike. Die Ehe dieser beiden Gottheitenwar jedoch nicht glücklich. Die stolze, herrschsüchtige und elfecfüch-ttge Juno konnte die' öfteve Untreue ihres Gemahls nicht Aelasse»ertragen, und er behandelte sie wiederum mit aller der Härte, diein ältern Zeiten überhaupt der Wann sich gegen die Frau zu er-lauben pflegte. Die alten Dichter, besonders Homer, geben unsdavon Beispiele. Als Juno den Herkules, ihres Gemahls Lieb-ling, durch Sturm nach Kos verschlagen hatte, ward er so er-grimmt auf sie, daß er ihr die Hände band, ichre Fuße mit zweiAmbosen beschwerte und sie so schwebend im Olymp aufknüpfte.Keiner der übrigen Götter vermochte ihr zu helfen. Als sie wäh-rend des trojanischen Krieges den Jupiter eingeschläferr hatte, umunter der Zeit den Griechen Sieg zu verleihen; so entging sie nurmjt pMp Mühe Schläge^ wesHe ihr Jupiter bei semem Er- -
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