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Jupiter 277
turn und der Rhea, und Bruder der Besta, Ceres, June, des Nep-tun und Pluto. Nach den verschiedenen Zeiten Griechenlands ver-band man mit Jupiter auch verschiedene Begriffe, die man folgen-dergestalt entwickelt. Die Pelasger verehrten ihn von den ältestenZeiten an als das Symbol der Natur, und von da schreibt sichnoch sein Orakel zu Dodona her, so wie er auch aus diesem Grundeder dodonäische pc-laSgische König heißt. In der orphischen Reli-gion war Jupiter ein physisches Symbol und bedeutete die obereLuft, den Aether, und in diesem Begriffe war Juno das Symbolder untern Lust, mit ihm als Schwester und Gemahlin verbunden.Hieraus erklärt man folgende homerische Fabeln , als symbolisch.Juno, Neptun und Apollo wollten den Jupiter binden; aber The-ils rief den hundertarmigcn Briareus ihm zu Hülfe. Dieser hin-tertrieb durch seine bloße Gegenwart den Anschlag der Götter. Indiese Fabel hüllten die Dichter ein physisches Phänomen, welchesauf die obere Luft, das Wasser und den. niedern Dunstkreis Bezughatte. Es war also ein Streit der Elemente, in welchem der Ae-ther von den übrigen Elementen beinahe wäre überwältigt wor-den, wenn er nicht noch durch seine Kraft (Briareus) gesiegt hätte.Eben so symbolisch ist auch die Fabel zu erklären, nach we eherJupiter sich einst vermaß, eine Linie vom Himmel herabzulassen,woran sich alle Götter hängen und doch nicht im Stande seyn soll-ten, ihn herunter zu ziehen; er aber wolle sie alle, nebst Erde undMeere, zu sich heraufziehen und dann die Schnur um den Gipfeldes Olymps schlingen, so, daß sie sämmtlich in den Wolken schwe-ben sollten. Der Sinn dieser Fabel ist: alles vereinte Streben derniedern Elemente ist nicht im Stande, den Aether aus seinem obernSitze herunter zu ziehen. Aus Jupiter, dem Symbole des Aethers,ward dann in der Folge die Dichtervorstellung vom Jupiter als Be-herrscher des Aethers und des obern Luftraums. In diesem Sinnewerden dem Jupiter folgende auf die Phänomene der Luft sich be-ziehende Beiwörter beigelegt: der sich am Blitze Vergnügende; derWolkensammler; der Hochsitzende; der Weitsehende; der Hochdon-nernde; der Wolkentrüber. Ferner kommt auch schon im HomerJuviter als ein philosophischerBegriff vor: denn an mehrern Stel-leil'nennt dieser ihn den Vater der Götter und der Menschen, obaber in dem Sinne eines höchsten Wesens und Weltschöpftrs, darandürfte noch gezweifelt werdend Wahrscheinlich ist dieß blos derDichterbegriff, nach welchem nämlich alle Götter von Jupiter ab-stammem Der reine Begriff eines höchsten Wesens entstand erstspäter bei den Griechen. Mehr gehört hierher der philosophischeBegriff des Jupiter Herkeios, der ein Führer und Schützer desHauses,.der Familie und ihres Eigenthums, auch wol eines gan-zen Volks, eines gewissen Districts ist, also nur eine bloße localeGottheit, keinesweges aber das allgegenwärtige, alles schützendehöchste Wesen. Er ist ferner Regierer und Lenker der menschlichenSchicksale und hält in seiner Hand eine Wage, womit er jeder-mann Gutes und Böses zuwägt. Auch stehen in seinem Pallastzwei Urnen: in der einen ist das Böse, in der andern das Gute.Bald giebt er den Sterblichen von beiden gemischt, bald ihnen ausleder allein. Nichts destoweniger ist er selbst wieder dem Schick-sale, einem unbekannten, in Dunkel sich hüllenden Wesen unter-worfen; er kann zwar Alles, was er will, und seine Macht ist un-kwgeschränkt, doch ist er auch hierbei jenem Schicksale unterwor-