Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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287
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Jury

Justinianus

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unendlicher Abstufungen und Verschiedenheiten des Vermögens, derErziehung, der Meinungen und unzählicher äußerer Berhä tnissein der menschlichen Gesellschaft, wol allemal statt vollendeter Gleich-heit die größte Ungleichheit zwischen den Richtern und AngeklagtenStattfinden. — Die mannichfaltigen Mittel, wodurch man inFrankreich den Gebrechen der Jury abzuhelfen gesucht hat, (mankonnte hier, wo sie als politisches Institut gleichgültig war, will-küyrlich an ihrem.Wesen ändern) und welche dennoch keine zweck-mäßigere Criminalgerichtsbarkeit schaffen konnten, belegen ihregänzliche Unzufriedenheit in dieser Hinsicht zur Genüge. Jedochkönnen wir des Raumes wegen und deshalb keine weitere Ausfüh-rung erlauben. v. M.

Jussieu ((Antoine de und Vernarb de), zweiBrüder, in denletzten Jahren des i7ten Jahrhunderts geboren, zeichneten sich beidesowol in der praktischen Arzn. ikunde als in der Botanik aus. An-toine machte viele botanische Reisen und brachte aus Spanieneine zahlreiche Sammlung Pflanzen mit. Er schrieb darauf übermanche naturhistorische und mcdicinische Gegenstände und starbam 22. April 1763 im zwei und siebenzigsten Jahre, allgemein wc-wegen seiner Menschenliebe betrauert. Bernard ward am 17.Aug. i6gg zu Lyon geboren, und erhielt im botanischeu GürtendesKönigseine Professur der Botanik. Ihm hat man die von Lour-nesort, 1725 in 2 Duodezbänden herausgegebene kststoire llesxisiitos Iiuissent LUX srcvirous äu k's.ris zu verdanken. Erstand bei Ludwig XV. sehr in Gnade, der ihn bei jeder Gelegen-heit zu begünstigen suchte. Bernard hatte die Freude, die Eedervvm Berge Libanon, die in dem Garten des Königs fehlte, undvon welcher er selbst in seinem Hute zwei Stecklinge aus Englandnach Frankreich gebracht hatte, unter seinen Augen über alle an-lese Baume des Gartens hinwcgwachsen zu sehen. Linnee besuchteihn wahrend seines Aufenthalts in Frankreich und wohnte einerseiner botanischen Wanderungen bei. Jussieu's Schüler, so erzähltman, erlaubten es sich oft, ihren Lehrer auf die Probe zu stellen,indem sie ihre Pflanzen, deren Kennzeichen sie absichtlich zerstörthatten, darbrachten und eine Erklärung derselben von ihm ver-langten. Stets erkannte dann Jussieu den Betrug und gab, ohneim geringsten in Verlegenheit zu gerathen, die verlangte Auskunft.Einstmals wollten die Schüler mit Linnee denselben Versuch ma-chen; dieser aber erklärte frei heraus , nur Gott allein oder ihrkehrer (Jussieu könne ihnen auf ihre Fragen antworten. Nach-dem sich Jussieu lange Zeit mit einer systematischen Eintyeilungdes Pflanzenreichs beschafftigt hatte, starb er am 6. Nov. 1777 im?Ssten Jahre seines Alters.

Justinianus 1 ., Justinus I. Neveu, Kaiser von Eonstan-«nopel, wurde am 11. Mai 433 von einer unbekannten Familie^Zogcn, und vom Lheophilus, der ihn in den Wissenschaften un-terrichtete, erzogen. Er nahm Theil an dem Glücke seines On-s der seinerseits vom gemeinen thracischen Bauer auf den Kai-ierthron gestiegen war: diesem verdankte Justinianus sein Glück.Als er im Jahre 521 zum Consul ernannt war, stellte er in denSchauspielen, welche er dem Wolke gab, eine seltene Pracht zur^chru, und dieß in der Absicht, dem Geschmacke des Volkes zustreicheln. Eben s» schmeichelte er dem Senate und suchte dessenGewogenheit sich zu erwerben, der ihm auch-dafür den königlichen