Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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sy6 Kakerlaken Kalif

Man hält sie für die lloininas nnatnrni des Lknnäe. Die Aakcr.laken scben milchfahl oder leichenhaft aus, und, unterscheiden sitzvon den ächten Weißen nicht nur durch ihre runzlige Haut, son-dern auch durch ihre gelben und feuerrothen Augen, welche sie beimhellen Lichte des Tages nie ganz öffnen können. Bei Monden-scheine und im Dunkeln können sie ziemlich gut sehen» weswegensie auch nur in der Nacht auszugehen pflegen, und aus diesemGrunde auch von Linuse und-andern Naturforschern Nachtmenschengenannt werden. Ihr Haar ist zwar wollartig, wenn sie von wirkliehen Negern, und etwas weniger kraus, wenn sie von Ostindiernabstammen, aber allezeit milchfahl und ekelhaft, wie ihre Hautselbst. Dabei find sie nicht nur außerordentlich dumm, sondernauch von einer sei"- schwach nLeibesbeschaffenheit, und erreichen fastniemals die gewöhnliche st röße der Böller, zu denen sie ihrer Ge-burr nach gehören. Daher sind sie selten fähig, Kinder zu zeugen;wenn sie aber die-'e Kraft haben, so werden die Nachkommen, wiedie Eltern waren. Uebrigens ist hier der Name Kakerlaken imAllgemeinen genommen und mit demselben sowol die sogenanntenAlbinos, (s. diesen rt.) die stets weiß sind, als auch die eigent-lichen Kakerlaken (deren braune Haut mit weißen Flecken gespren-kelt ist) benannt worden. Es ist die Hypothese aufgestellt worden,der Kakerlakismus sen eine Ueberladung des Körpers mit Sauer-stoff, der Negrismus hingegen eine Ueberladung desselben mit demKohlenstoffe. — Kakerlaken heißen bei den Indianern eine ArtSibabcn (öl-innu^ . besonders die Liatta Kigantea, welche sich inden indischen Wäldern aufhält, auf drei Zoll groß wird und eineZierde der ' nsecteu-Sammlungen ausmacht. L ie ist dunkelbraunund glänzend, and ihre Flügeldecken sind fuchsroth und gelblich.Bon dieser chabe haben die Indianer die Kakerlaken benannt,

Kaland (wahrscheinlich von 6s1«n ne) hieß eine im iZ. Jahr-hunderte in mehrern Gegenden Deutschlands entstandene Laien-Brüderschaft, die am ersten Tage jedes Monats an bestimmten Or-ten (Kulandshäuier, Höfe) zusammen kam, um gemeinschaftlich fürdie Seelen verstorbener verwandten und Freunde zu beten, Bei-träge zu Seelenmessen für sie zu steuern und darnach eine Mahl-zeit zu halten. Die Mitglieder hießen Kalandsbrüder, und warensie Geistliche, Kalandsherrdn. Der fromme Zweck kam später inVergessenheit und nur das Schmausen erhielt sich, bis es auf diehohen Feste eingeschränkt und endlich die Brüderschaft als eine Ver-anlassung zu Ausschweifungen ganz aufgelöst wurde. Daher sagtman von einem beständig auf Schmausereien herumschweifende»Menschen: er kalandert die ganze Woche. In Niedersachsen werdennoch jetzt festliche Schmausereien, und besonders die jährlichen Ver-sammlungen der Geistlichen eines Distrikts Kalande genannt, undin Berlin giebt es einen Kalandshof, der zum Stadtgefängniß ge-braucht wird. D.

K-alif, d. i. Statthalter, nannten sich bescheidnerweise dieNachfolger des Propheten Muhamed in der Herrschaft über dreGläubigen und dem hohen Priesterthum. Kalifat haben daher la-tinisirende Geschichtschreiber das Reich dieser Fürsten genannt, wel-ches die Araber in einem Winkel Asiens gründeten, und, von^dortdu.ch re.igiöse-Begeisterung hervorgetrieben, binnen wenigHunderten zu einer Herrschaft erhuben, die an Ausdehnung die rö-mische Universalmonarchie fast übertraf. Die Geschichte der Ara -el j