Kaiserkrönung Kakerlaken 295
te» einzelne Reiche ihre Kronen für kaiserliche Kronen erklärt hat-ten/ wenn gleich die Regenten nur den Königstitel führten, so wiedies z. B. in Spanien der Fall war. Im I. 1804 ward NapoleonBonaparte, damals lebenslänglicher erster Konsul der franz. Re-publik, zum Kaiser der Franzofen erklärt, und allmählig von alleneuropäischen Mächten, mit einziger Ausnahme von England, in die-ser Würde anerkannt. Die im I. 1806 erfolgte Niederlegung derdeutschen Kaiserkrone durch Oesterreich/ welches jedoch schon ein Jahrfrüher die österreichische Kaiserwürde angenommen hatte, äußerte«uf die Rangfolge weiter keinen Einfluß; diese ward vielmehr durchverschiedene ausdrückliche Bestimmungen ganz und gar auf den altenFuß beibehalten. — Die Krönung war vormals, vorzüglich bei denrömischen Kaisern, ein höchst wesentlicher Punct. Lange Zeit hin-durch hielten die deutschen Könige die Krönung durch den Papst zuRom, für eine unumgänglich nothwendige Bedingung der Kaiser-würde, zu welchem Ende sie daher oft sehr verderbliche Römerzügeunternahmen. Nachmals ward jedoch diese Krönung, zufolge derVorschrift der goldenen Bulle, zu Aachen, und in den letzteren Zei-ten an dem Wahlorte selbst, zu Frankfurt am Main, vorgenommen.Der Papst hat erst im I. 1804, bei Gelegenheit der Thronbestei-gung Napoleons, sein altes Krönungsgeschäft wiedcruiy verwaltet,nur mit dem Unterschiede, daß er hierzu nach Paris zu reisen ge-zwungen ward, statt daß die deutschen Könige selbst nach Romkamen. Lr.
Kaiserslautern (Läutern), eine Stadt am Flusse Lau-ter, mit rflLZ Einwohnern, in der ehemaligen Unterpfalz, ist in derneuern Zeit besonders durch die merkwürdige Schlacht berühmt wor-den, in welcher am 29. und 3 c>. Rov. i/gZ der verstorbene Herzogvon Braunschweig, welcher hier seine ganze Macht versammelt hatte,eine Colonne der fränkischen Moselarmee, welche, Landab zu ent-setzen, durch das Gebirge hervorzubrechen suchte, in einem blutigenzweitägigen Treffen zurückschlug. Diese Schlacht, in welcher dieTaktik der Preußen und das Genie ihres Feldherrn gegen die wü-thenden Anfälle der Franken entschied, ist eine der merkwürdigstenin der neuern Geschichte, ob sie gleich mehr aus einer Menge klei-ner Gefechte, als aus Hauptangriffen bestand. Ein zweites Tres-sen bei Kaiserslautern, in welchem am 2s. Sept. 1794 der Erb-prinz von Hohenlohe-Jngelsingen den linken Flügel der fränkische»Rheinarmee schlug, und in Folge derselben Kaiserslautern besetzte,
>!i nicht minder merkwürdig. Durch den lüneviller Frieden wardfie igsi an Frankreich abgetreten, und erhielt darauf eine lutheri-sche Consistorialkirche.
Kakerlaken (Albinos, weiße Neger, Blafards,deucanthiopes, Dsndos), welche man ehemals auf derErdenge von Panama, an den Mündungen des Ganges, späterhinsogar unter den Savoyarden in den Ehamouny - Thälern bemerkthaben will, und als Individuen einer besondern Menschenart be-schrieben hat, find von neuern Naturforschern in verschiedenen Ge-genden Europa's, wie z. B. in der Schweiz, in Frankreich, in denRheingegendeu und andern Orten ebenfalls wahrgrnommen worden,^as man aber bisher für eine eigene Gattung, wenigstens dochfür eine Spielart, genommen hat, das soll jetzt an diesen Kakerla-ken. nur eine Krankheit seyn, welche unter allen Himmelsstrichen«>i Menschen befallen kann, und »er ssgar Thiere unterworfen sind.