Kaunitz Kegel
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wenn er ihn sprechen wollte, zu ihm, und dieß geschah sehr oft.Tr ließ sich gewöhnlich vorher melden, und oft ließ dann Kaunitzsagen, der Kaiser könne kommen, aber er würde ihn noch im Bettefinden. Dieser nahm das nicht übel und besuchte ihn, währendderselbe noch seiner Ruhe pflegte. Was die kirchlichen ReformenJosephs anbetraf, so nahm Kaunitz den rühmlichsten Antheil andenselben. Zu Rom war man sogar überzeugt, daß alle diese Re-formen von ihm allein herrührten, und deswegen wurde er in derMünsterial-Eorrespondenz nie anders als der ketzerische Minister(ii minisrro ereiiao) genannt. Als der Papst in Wien war,reichte er dem Fürsten, aus einem Uebermaße von Politik, nichtden Rücken der Hand, sondern das Innere derselben zum Küssendar, welches ehemals, nach den päpstlichen Begriffen, die größteGnadenbezeugimg war. Der Fürst that aber, als ob er nichtsvon dieser Etiquette verstände, nahm die ihm von dem Papste dar-gebotene Hand und drkckte sie, nach altdeutscher Sitte, in die sci-nige. So war wol noch kein Papst bewillkommnet worden. AlsJoseph II. die Scheldestreitigkeit mit den .-oolländern angefangenhatte, so wollte er, was ihm auch Kaunitz dagegen sagen mochte,niemals glauben, daß es die Holländer wagen würden, auf desKaisers Fregatten zu schießen. Dennoch geschah es, und Kaunitzsandte diese Nachricht an.den Kaiser, mit den Worten: ,,Ew. Ma-jestät werden aus diesen Depeschen ersehen, daß die Holländer den-noch geschossen haben." Unter Leopold !I. verlorKaunitz allen Ein-fluß, der von nun an dem Baron Spielmann zu Theil wurde.Nichts destoweniger fuhr man stets fort, ihm mit der ausgezeich-netsten Achtung zu begegnen. Endlich starb dieser vielerfahrneMann lebens - und ruhmssatt am 27. Juni 1794 an Entkrästung,in einem Alter von 83 Jahren.
Kausticität, s. Aetzkraft.
Kaviar (IrLsri, Störroggen) wird in Rußland aus demRoggen der Störe, der Hausen, der Beluga's, der Sterleten u. a.n>. gemacht. Man streift nämlich den Roggen von der daran kle-benden Haut ab, salzt ihn ein und thut nach acht Tagen Pfefferund kleingeschnittene Zwiebeln hinzu. So eingemacht, wird er ge-trocknet und in Stücken, die etwa wie grüne Seife aussehen, aus-führt und im Auslande als eine delicate Speise genossen. Derbeste Kaviar ist derKrimmische Laurische), von welchem aus Kerschund ^enikale jährlich auf anderthalbtausend Tonnen in die Mol-dau und die Donau-Gegenden ausgeführt werden.
Kegel (mathematischer) wird in demjenigen Theile der Ma-thematik, der von der Ermessung gewisser allgemeiner Körperge-- ^ handelt (Stereometrie) derjenige Körper genannt, welcherMr Grundfläche eine Kreisfläche hat, und mit dieser kreisförmigen
,"ng spitzig zuläuft. -Ei» Zuckerhut bildet einen solchen.) Die-n-egel sind entweder gerade- oder schiefstehende. Schneidet man ei-nen geradestehenden Kegel ringsum gleich hoch über der Grundfläche,
»K-Sc uo»tia), uno r,r oic,e ein orrers,
su* Kreis seyn; geschieht aber der Schnitt schief, d. h.d?rn*e^nEir Seite höher über der Grundfläche, als auf der an-Niäa- ^ entsteht keine kreisförmige, sondern eine länglich-rundeWelche man eine Ellipse nennt. Geschieht aber dieser^u>N!tt nicht schief durch, sondern neben der Spitze senkrecht herab