Kleist (Ewald Christian von) Z?r
verhinderte. Im I. >804 erschienen von ihm eine Beschreibung desWichen Kaukasus, eine Beschreibung der russischen Provinzen zwi-schen dem caspischen und schwarzen Meere, und Güldenstädts Reisein Georgien und Jmerithi. So verdanken wir ihm eine vollständigeKenntniß der kaukasischen Länder, und dürfen von seinem Fleiße undseiner Gelehrsamkeit noch größere Resultate erwarten, da er in Be-sitz einziger Materialien für die Völkerwanderung ist. iVl.
Kleist (Ewald Christian von) ward 171S zu Aeblin in Pom-mern aus einem durch mehrere Helden berühmten Geschlechte gebo-ren. Seine Aeltern gaben ihm eine vortreffliche Erziehung: imneunten Jahr« schickten sie ihn in die Jesuiterschule nach Cron inGroßpohlen, und im fünfzehnten aus das Gymnasium zu Danzig;im siebenzehnten ging er auf die Universität nach Königsberg, um dieRechte zu studiren. Hier gewann er die Liebe zur Gelehrsamkeit,die ihn nachher stets vor Männern seines Standes ausgezeichnet hat,und erwarb sich eins ausgebreitete Kenntniß der alten Literatur,der Philosophie, der Mathematik und der Rechte, und eine großeFertigkeit in den neueren Sprachen. Von hier reiste er, um sichKenntniß der großen Welt zu verschaffen, zu seinen Unverwandtennach Dänemark, die ihn bald so lieb gewannen, daß sie ihn fürimmer an ihr Vaterland zu fesseln wünschten. Er bewarb sich alsodaselbst um einige Civilstellen; aber seine Bemühungen schlugen ibmfehl. Nun wählte er, auf Anrathen seiner Anverwandten, den Mi-litärstand, und wurde 1736 dänischer Offizier. In dieser Laufbahnstudirtc er alles, was in das Gebiet der Kricgswiffenschaft gehörte,mit Eifer, verließ aber den dänischen Dienst bald, ging gleich beidem Antritt der Regierung Friedrichs II. nach Berlin, und wurdedem Könige vorgestellt, der ihn zum Lieutenant bei des PrinzenHeinrichs Regimente ernannte. Die Feldzüge, die der König inden ersten Jahren seiner Regierung unternahm, verschafften ihm Ge-legenheit, seine militärischen Talente auszubilden. Im Grundescheint Kleist nie wahre Neigung für den Soldatenstand, den ihnnur der Zufall wählen ließ, empfunden, und sich nur durch die Vor-stellung seiner Pflicht und die Bewunderung seines großen Königsmit demselben versöhnt zu haben. Dieser Streit seines Schicksalsmit den Wünschen seines Herzens, welche letztere nur Ruhe beabsich-tigten^ verbunden mit einer unglücklichen Liebe, die sich 1788 ent-spann, hat ihn auch.vielleicht zum Dichter gemacht (in dem Sinne,in welchem dieses Wort gewöhnlich genommen zu werden Pflegt),oder doch seinen Gedichten den Hauptcharakter der sanften Schwer-muth, der in ihnen herrscht, aufgedrückt. Sein ältestes Gedicht istan seinen Schulfreund, den Rittmeister Adler, 1789 geschrieben.Nicht leicht machte ein deutsches Gedicht, und zwar von einem nochunbekannten Verfasser, ein so schnelles Glück, als sein Frühling,welcher zuerst »749 blos für die Freunde des Verfassers gedrucktwurde. Kleist hatte ein sehr glückliches Talent, GegenstAide dersichtbaren Natur zu schildern, wozu seine täglichen einsamen Spa-Lirgänge viel beitrugen, die er seine poetische Bilderjagd nannte.Lm I. 175^ wurde Kleist Obrist-Wachtmeister bei dem hausenschenRegimente, welches von Halle nach Leipzig in Garnison kam. I»Leipzig erwarb er sich Gellert's und Weiße's vertrauten Umgang.Nach der rohbacher Schlacht übertrug der König Kleisten die Auf-sicht über das leipziger große Lazareth. Im I. 1769 focht er untdrdem Prinzen Heinrich ist der kunnersdorfer Schlacht, erhielt zwölf