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rn ihm entstand, wie erst die wirkliche Welt bloß durch den dichte-rischen Schleier sich seinem Geiste darstellte, wie die Dichterweltdald darauf durch die wörtliche erschüttert ward, und dann doch denSieg behielt, weil der erwachte, selbstftändige, moralische SinnLicht durch die Finsterniß verbreitete, die des Dichters Geist ganzzu verdunkeln drohte, darüber wird der achtsame Leser manchesBekenntniß in dieses Dichters Betrachtungen und Gedan-ken über verschiedene Gegenstände der Welt und Li-teratur leicht aussinden. Ganz in diesem Sinne entwarf er eineReihe von Romanen: Fausts Leben, Thaten und Höllenfahrt; Ge-schichte Giefars des Barmecidcn; Geschichte Ravhaels de Aquillas;die Reisen vor der Sündfluth; der Faust der Morgenländer; Ge-schichte eines Deutschen der neuesten Zeit; der Weltmann und derDichter (in jeder Hinsicht sein gelungenstes Meisterwerk); Sahir,Eva's Erstgeborner im Paradiese. Diese Romane umfaffen alle na-türlichen und erkünstelten Verhältnisse des Menschen, dessen ganze«moralisches Daseyn, und berühren alle Puncte desselben, Gesell-schaft, Religion, hohen idealen Sinn, die süßen Träume einer an-dern Welt, die schimmernde Hoffnung auf reineres Daseyn überdieser Erde. Der Dichter stellt den Menschen bald in seiner glän-zendsten Erhabenheit, seinem idealen Schwünge, bald in seinertiefsten Erniedrigung, seiner flachsten Erbärmlichkeit auf. Hierleuchtet ihm die Tugend, das einzige wahre Bild der Gottheit, dortfolgt er dem trugvvllen Götzen, dem Wahne, den er selbst geschaf-fen hat. Und so findet der Leser in diesen Werken den rastlosen,kühnen, oft fruchtlosen Kampf der Edlen mit den von diesemGötzen erzeugten Gespenstern/ die Verzerrungen des Herzens unddes Verstandes, die erhabenen Träume, den thierischen, verderbten,den reinen und hohen Sinn, Heldenthaten nnd Verbrechen, Klug-heit und Wahnsinn, Gewalt und seufzende Unterwerfung, kurz dieganze menschliche Gesellschaft mrr allen ihren Wundern und Thorhei-ten, allen ihren Scheußlichkeiten und Vorzügen. Natürlich ist derTon dieser verschiedenen Romane, je nach dem verschiedenen Zwecke,verschieden, und eben so verschieden der Eindruck, den sie im Ge-müth des Lesers hinterlassen. Das Herz, das im Faust sich zerris-sen fühlt, wird in Giefar und Raphael stark und erhaben. Willdcx kalte Verstand die Blüthe des Lebens vertrocknen, so wird sieim Faust der Morgenländer durch das Herz belebt. Erregten derWeltmann, der Dichter und die Geschichte eines Deutschen eine mil-de Trauer, so wird Sahir diese mild verscheuchen. Hier verschwin-det alles Düstre und Schaudervolle, das Pathetische und Schreck-liche weicht der lieblichsten Heiterkeit, und wir behalten gleichsamals Totaleindruck, was der Geist der Natur seinen Lieblingen,Fanno und Rosa zuruft: „O Lebet in mir! mit mir! Ich bin nunmit Euch, und kann Euch nicht deutlicher werden als ich es bin.Leben und Verwelken, Gedeihe» und Zerstörung hangen an einan-der; meine Freundschaft verbirgt euch die nahe Verkettung. Lchliebe meine Kinder, und habe ihnen die Täuschung zur Gefährtingegeben. Ohne sie erstarrte euer Geist, und der Frost des Todesbeschliche euer Herz. Mein Lohn ist euer Glück, die Quelle dazuströmt mit reichem Flusse in euren Herzen. Suchet es nur da! Flie,het den Wahn derer, die es außer mir suchen. Ihr kehrt wieder zumir zurück, denn ihr seid Eins mit mir, und könnt euch nie vonMir trennen! " Es ist unmöglich, die Werke dieses Geistes zu le-