Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
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z86 Klopstock KloL?a

zeigen selbst in der Freiheit des Metrums die Sicherheit seines ly-rischen Geistes. Die ersten Oden an Fanny, Ebert sind wegender darin herrschenden Melancholie und erhabenen Srimmung ge- ^wiß keinem gebildeten Leser unbekannt. Und selbst im Gefühle derFreude, z. B. in der Ode, amzürcherSee, selbst wenn erbeinahe anakreontisch wird, wie in manchen kleinen Gedichten anCidli, verleugnet er nie seine hohe Würde und die hohe platonischeRichtung seiner Liebe. Die spätern Oden, wo er Theil an denBegebenheiten der Zeit und namentlich der französischen Revolutionnimmt und worin deutsches Vaterland und unsre Sprache die ge-feierten Hauptgegenstände sind, zeichnen sich durch das Feuer dejPatriotismus und die neuen schöpferischen Wendungen des Ausdrucksaus. Durch letztere, wie auch durch die gewählte nordische Mytho-logie wird er freilich mehrern Lesern oft dunkel; aber auch ehe»dieses größere Publicum wird Klopstock als geistlichen Liederdichterverstehen und dankbar verehren, wenn es sich an die Lieder: Auf-ersteh», ja aufersteh» wirst du rc. Wenn ich einstvoajenem Schlummer rc. die sich besonders durch den von Klox-stock sonst verbannten Reim unterscheiden, mit Rührung erinnert.Den größten und schnellsten Ruf erwarb sich aber Klopstock durchseine Epopee, der Messias, deren erste Gesänge gleich bei ihrerErscheinung durch den erhabenen Prophetenschwung, durch die Prachtihrer Schilderungen und durch den hohen ächt patriarchalischen Zdyl-lenton den glücklichen Nebenbuhler Miltons verkündigten. Wennder Britte auch als epischer Dichter durch die Charaktere seiner Hel-den , besonders des Satans und durch Klarheit des epischen Stils >den Vorzug verdient, so übertrifft ihn aus der andern Seite Klsp-stock durch lyrischen Gehalt, musikalischen Wohllaut und den Glanjder Darstellung. Ein einziger Vers von Klopstock hat einen größer»Schwung der Empfindungen, als Milton je hervorbringen kann; aberfreilich ermüdet dann auch zuweilen der fortgesetzte Hymnenton. Klop-stocks Barditen sind mehr dramatisirtes Heldengedicht und lyrisch-theatralische Scenen, als ein Trauerspiel (die Form von letztcrm hatmehr sein Tod Adams, wo er Iamben, mit Anapästen vermischt,braucht): die Chöre, von denen auch Gluck mehrere componirt hat,und welche zu des letztcrn meisterhaftesten Arbeiten gehörten, lei-der! aber, da sie Gluck mehr im Kopfe als auf dem Papiere hatte,ganz für uns verloren sind, sind von höchstem lyrischen Schmuck undathmen den kühnsten Patiotismus und Freihcitssinn. Er hat de»deutschen Charakter idealisirt, wie keiner. Um die Sprache hatKlopstock ein großes grammatisches Verdienst. Seine Fragmenteüber Sprache und Dichtkunst, seine Gelehrten-Republik und gram-matischen Gespräche klärten viele Gegenstände der deutschen Gram-matik und Poesie auf, wenn auch seine Neuerungen in der Ortho-graphie, wo er alle überflüssigen Buchstaben wegwarf, so wie über- !Haupt mehrere Grundsätze seines Styls, nicht Beifall fanden.

Kloska (Gloska) war, nebst seinem Gefährten Horiah,der Anführer einer aufrührerischen Rande, welche 178-!. in Ungarndie größten Gewaltthätigkeiten ausübte und besonders alle Edel-leute, da, wo er sein Wesen trieb, zittern machte. Horiah hattesich von Joseph ll. für den Flecken Brad im zarandrschen Kreisedas Marktrecht ausgewirkt, und mit Hülfe der darüber ausgefer-tigten Urkunde überredeten nun beide den einfältigen Pöbel, essey ihnen das Recht zur Vertilgung aller Edelleute gegeben wer-