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Fünfter Band. Von I bis L.
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394 Knall Knallgold

auf die Gefahr hin, von kleinlichen oder boshaften Menschen ver- ...kannt und, was daraus stets folgt, auch verfolgt zu werden. ?q.

Knall heißt jeder augenblicklich vorübergehende heftige Schall. ^Er wird entweder durch eine starke Anhäufung von Luft und Dampfin einem verschlossenen Raume bewirkt, aus dem sie sich plötzlich A,einen Ausweg verschafft, oder auch durch einen plötzlich entstände- ! ^nen luftleeren Raum, in welchen die äußere Luft schnell einzudrin-gen sucht. Von den vielen detonnirenden Substanzen explodiren m

viele bei Entzündung oder Erhitzung oder Schmelzung, wie, außer »

dem bekannten Schießpulver, das Knallpulver , aus 3 Theile» m

Salpeter, 2 Th. Weinsteinsalz und 1 Th. Schwefel bestehend; die ' ^

Knallluft, eine Vermischung vonWasserftoffgas mit atmosphä- de

rischer Luft; die Kn a l l kü g el ch e n, dünne mit Weingeist ange- A

füllte Glasblasen; das Knallsilber und Knallgold. -An- si

dere hingegen explodiren durch einen bloßen Schlag, wie vorzüg-lich ein Gemenge von 20 Lh. hyp. oxygenirt salzsaurem Kali, rTH. te

Schwefel und 2 Th. Kohle; noch andere bei bloßer Berührung sx

mit der Luft, wie dasPhosphor-Wafferstoffgas, und besonders eine „

neuerlichst entdeckte Substanz, das oxygenirt salzsaure Salpeter- h

stoffgas, in Verbindung mit Phosphor oder Schwefel. 1 .. u

Knallgold (Platzgold) ist ein Niederschlag des Goldes aus hseiner Auflösung in Königswasser mittelst des Ammoniaks. Eshat das Ansehn eines gelblichen Kalks und zerplatzt bei geringerHitze mit einem heftigen Knalle. Dieser Knall, der bisher noch p

nicht hat erklärt werden können, wird wahrscheinlich vorn Ammo- s,

niak hervorgebracht. Die Antiphlogistiker, welche das Knallgold . s.als eine Ammoniak-Goldhalbsäure betrachten, erklären das Phä- §

nomen, indem sie sagen, der Wasserstoff des Ammoniaks verbinde tz

sich mit vem Sauerstoffe der Goldhalbsäure, während sich der Stick- r

stoff des Ammoniaks, mit dem Wärmestoffe verbunden, als Stück i

stoffgas entwickeln. Knallkugeln sind hohle Glaskugeln von i

der Größe einer Zuckererbse, mit etwas Wasser in ihrer Höhlung r

versehen. In Feuer oder glühende Kohlen gelegt, zerspringen sie s

mit einem heftigen Knalle. Diese Erscheinung ist leicht zu erklä- s

ren: das im Innern befindliche Wasser wird durch die Hitze in r

Dämpfe verwandelt, welche dann, um sich auszudehnen, die Ku- -

geln zersprengen. Dadurch können zugleich die Elasticität und l

die bewundrungswürdige Kraft der Dämpfe bewiesen werden. Eine x

andere Art dieser Kugeln, die von größerm Umfange sind, werden t

an der Lampe geblasen und dadurch ziemlich luftleer gemacht. Zer- k

bricht man sie, so entsteht ebenfalls ein heftiger Knall, aber aus r

einem andern Grunde: die äußere Luft dringt nämlich plötzlich in j

den leeren Raum. Knallpulver ist ein Gemenge, welches, auch «

ohne eingeschlossen zu seyn und selbst in geringer Quantität, mit l

einem heftigen Schlage abbrennt, wenn es in einem Löffel über l

glühenden Kohlen allmählig einen Grad von Hitze erlangt, der <

welchem sich Schwefel entzündet. Das Knallpulver besteht aus 3 i

Theilen Salpeter, 2 Th. getrocknetes Weinsalz und 1 Th. Schwe- «

sel- Wahrscheinlich wird durch das allmählige Schmelzen aus dem >

Schwefclalkali ein schwefelhaltiges Wasserstoffgas, und aus diesem !

wiederum mit der aus dem Salpeter entbundenen Lebenslust -

(Sauerstoffgas) eine Knallluft gebildet- Knallquecksilber .

wird durch Auflösung des Quecksilbers in Salpetersäure und Nie- s

derschlagung dieser Auflösung durch Alkohol in Gestalt eines Pul- >