Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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4i8 Körner

«nd die Schwelgerei der Gefühle zurückläßt, wußten den kräfti-gern Geist zu einem lebendigen Verlangen nach Verwirklich»»-seiner ritterlichen Ideale aufregen. -Ob also gleich diese Periodedie glänzendste in dem äußern Leben zu seyn schien, so konnte dochder in sich selbst noch schwankende, nach außen vielfach getriebeneGeist in ihr noch keine Befriedigung gewinnen. Körner Hatte denfesten Aielpunct seines Wirkens hier noch nicht gefunden. Wiekonnte er das Leben in fremden Handlungen bilden und dar-stellen, indem er selbst noch nicht einheimisch geworden. Wieleicht wär« der Hochausstrebende Jüngling unter die Lieblinge desgroßen Publicums herabgesunken, mit denen er keinen Ruhm zutheilen verlangte. Sein guter Genius rief ihn warnend in dikBahn der Thaten. Ein neues Morgenroth brach von Osten überDeutschland an. Mächtig und herrlich klang der Ruf von PreußensSöhnen, die sich für Freiheit und Ruhm dem Tode weihcten. Mäch-tig drang auch zu ihm der Ruf; und der hochgesinnte Jünglingsäumte keinen Augenblick, die deutsche Leier mit dem deutschenSchwcrdte zu verrauschen. Wie dieß sein sreiheitathmender Sinnfür seine ernste Pflicht gehalten, und wie er die Feigheit am Jüng-ling und am Manne verabscheute, das sprachen mehrere seiner kräf-tigen Lieder aus, mit denen er damals und nachher die Herzenseiner Brüder und Kampfgenossen hoch beseelte. Kurz er verließmit fröhlichem Jugendmuthe seine glücklichen Verhältnisse, so man-ches ihm geliebte,Herz, und zog dahin zur deutschen Schaar, die sichunter Lützow's Anführung in Breslau sammelte. Sein Aufenthaltin Wien hatte ihn in mehreren Formen der Poesie sich zu üben Ge-legenheit gegeben, und manches neue Band ihn mit dem Leben ver-bunden. Jetzt aber, in der Laufbahn des Kriegers, jetzt fand er dasZiel des thatendurstigen Strebens, und hochherzige Freunde, diemit ihm wetteifernd sich verbanden auf Leben und Tod. Hier fander die ernste Beschäfftigung, hier den Stoff lebendiger Gesänge, dwwahren Sinn der Poesie, welche die ernste Zeit verlangt; und derSturm der Thaten, der ihn umbrauste, den er selbst erlebte, strebtehoch zum männlichen Liede an. Die besten, kräftigsten, wahrstenund tiefsinnigsten seiner Lieder hat er in dieser Periode hervorge-bracht. Die Leier diente seinem vollen Herzen, und tief ergreifendwar des jungendlichen Barden Anblick, wenn er mit kriegerischerWollust'den Lieblingsgesang anstimmte *). Aber eben so eifriglernte er die Signale der Hörner, '-nd besorgte den Kriegsdienst.Früher hatt« er sich zu den lützowschen Büchsenjägern gesellt, undüberall mit hohem Muthe gekämpft. Fast wäre es französischemVerrath gelungen, ihn bei der berüchtigten Affaire bei Kitzen wäh-rend des Waffenstillstandes zu fangen (damals dichtete er, als erverwundet im Gehölze lag, das bekannte Sterbe-Sonett); er wurdeaber durch menschenfreundliche Hülfe eines Bauers aufgehoben, ge-pflegt, und ging nachher, unter Mitwirkung deutschgesinnter Herzen,noch während des Waffenstillstandes über Töplitz zu seinem Eorpszurück, für welches sich eine treue Anhänglichkeit in allen seinenLiedern ausspricht. Aber er begab sich jetzt als Lieutenant zu demCorps der Reiter, ob er gleich leider in der fertigen und kunstwä-ßigen Behandlung seines Rosses ungeübt war, und dennoch in jedem

') Wir meinen den kräftigen Kriegsgefang von Fr. Lange: „Es braust de?Sturm, und wogt das Meer, tief licqts auf Deutschland -c„ welche Mit ei-ner eben so erhebenden Melodie »«gleitet ist.