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Fünfter Band. Von I bis L.
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Körner 417

und poetischen Bildern, noch selbst z» sehr versunken war, theilsdem ungebundenen frohen Umgänge seiner Freunde nun fast ganzgewidmet, schon die Meinung zu hegen schien, man müsse, um ge-nial zu seyn, sich des tiefern Stadiums seiner Kunst entschlagen,und seinem Talente, wohin es auch führe, ganz vertrauen. Mankonnte ihm dieß nicht sehr übel anrechnen, da er gewiß zum eigent-,liehen Gelehrten nicht geboren war, und nur dem Wunsche der für'ihn besorgten Seinigen zufolge die Universität besuchte, damit ersich, gleichsam von den Wissenschaften umgeben, für ein bestimmtesStudium entscheide, und dadurch seine bürgerliche Laufbahn be-gründe. Allein zu sehr hatte ihn der Zauber der Poesie gefesselt.Seine akademischen Verbindungen rissen ihn zu jugendlichen Verir-rungen hin, denen ein Gemüth von Ehre schwerer entgeht: so daßer bald genöthigt wurde, die Universität, ohne jenen Zweck er-reicht zu haben, zu verlassen. Ein Glück für ihn: denn er schwebtein Gefahr, in seinem Streben nach dem Höheren durch wüstesTreiben gehemmt, und in eine niedere Sphäre herabgezogen zuwerden. Ja er mußte sich bei längerem Aufenthalte in diesem plan-und ziellosen Herumtreiben ganz verlieren, denn auch die Poesie, derer anhing, hatte für ihn noch nicht die Gestalt der Wahrheit ge-wonnen. Aus Wien hörte man nach einiger Zeit mit rauschendemLobe Körners Namen nennen. Mehrere dramatische Products,welche er schnell hinter einander auf die Bühne brachte, hatten dieAufmerksamkeit des Publicums auf den unbekannten Jüngling ge-zogen. Einige empfehlen sich als artige Kleinigkeiten, wie der überallgern gesehene gräme Domino und die Braut. Bon andern,z. B. Toni (s. d. Art. Kleist) und Ariny (seine dramatischenBeiträge sind Wien 1814, 8- in zwei Bänden, und sein poetischerNachlaß, in welchem Zriny und Rosamunde stehen, Leipzig, 18*4,erschienen) glaubte man) der Dichter wolle Schillers dramatischenPathos mit Kohebues gewandter Theater-Praxis verbinden. Letzte-rem verdankte er auch die Stelle eines k. k. Theaterdichters. Vielenseiner Freunde bangte für den Dichter, und vor der Richtung, welchesein Talent hier so leicht nehmen konnte. Aufgefordert von einemgroßen, so sehr gemischten Publikum, thätig zu seyn, und von Zeitzu Zeit neue Productc für seine Bühne zu liefern, da er bis jetztnur im Gebiete des Lyrischen einheimisch, ohne große und tiefeKenntniß der Welt und reiche Erfahrung, ohne den scharf beobach-tenden Blick in die verschiedenen Kreise der Menschen, und in denweiten Umkreis der Geflachte war, in welche der dramatische Dich-ter seine magische Beleuchtung fallen laßt, wenn er die Geister mitmächtigem Rufe citirt und Charakter schasst; alles dieses schien fürseinen Ruhm mehr als bedenklich zu seyn. Gefährlicher noch schie-nen die starken R auchcrungen, welche dem aus der Dunkelheit hervor-brechenden Talente durch widrige Schmeichelei gewöhnlich gespendetzu werden pflegen, um so mehr, je jugendlicher Körner, und jefreier er selbst von aller Verstrllungskunst war. Bestätigt wurdendiese Besorgnisse durch einige Aeußerungen tieferer Kenner, welcheauch in jenem vieles Aufsehen erregenden dramatischen Werke Kör-ners, nur sein lyrisches Talent, bekleidet mit dem blendendenSchmucke des theatralischen Kothurns, in dem brillanten Feuer derTheaterkunst auffliegen sehen. Allein die Scheinbilder poe-tischen Lebens befriedigen nicht den kräftigen Lebensdrang, und dieLeere, welche ein stetes Herumschweifen in Klängen und Bildern,«oiw.kv. („.Aug.) v. ' 27