Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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4Z5 Krampf Krankenhäuser

sehen zu haben bestätigten, wieder einigen Schein von Glaubwür-digkeit erhalten. Sehr wahrscheinlich ist es, daß entweder dicke,niedrigstehende Nebel, welche zuweilen, selbst von erfahrnen See-leuten, für Küsten gehalten werden, oder auch der Wallfisch selbst,die Beranlaffung zur Erzählung von Kraken gegeben haben. Nacheiner nordischen Sage soll das sogenannte Medusenhaupt dasJunge des Kraken seyn.

Krampf, ein krankhafter Zustand des lebenden Körpers,welcher in einer unregelmäßigen Ausammenziehung der Muskelnbesteht. (S. d. Art. Muskel.) Die Muskclbewegung ist an dieEinwirkung der Nerven gebunden, theils willkührlich, wie bei denMuskeln der Gliedmaßen, des Kopfes, des Gesichts u. a. m., theilsunwillkührlich, nach Bestimmung gewisser Berrichtungen der in-nern Eingeweide, z. B. die Bewegung des Herzens, der Gedärme,der Pulsadern u. s. w., andere gehen unwillkührlich vor sich, ge-horchen aber auch dem Einfluß des Willens, z. B. die Muskelndes Brustkastens, das Zwerchfell. Auf die Einwirkung des Nervenzieht sich der Muskel zusammen, verkürzt sich, und bewirkt dadurchdie Bewegung der Theile, an welche er befestigt ist. Geschieht beiden der Willkühr unterworfenen Muskeln diese Rerveneinwirkungohne Antrieb des Willens, bei den andern heftiger, anhaltender,und dem Zwecke nicht angemessen, so entsteht eine unwillkührliche,zu heftige, unordentliche und zweckwidrige Bewegung des Gliedesoder Theils, verbunden mit einem unangenehmen, schmerzhaftenGefühl von Spannung und Anschwellung des Muskelfleisches, wel-che die Zeichen des Krampfes sind. Die Krämpfe selbst sind sehrmannichsaltig, je nachdem die fehlerhafte Einwirkung der Nervenauf diese oder jene Muskelpartie, anhaltend oder abwechselnd,wirkt. Tonische Krämpfe sind anhaltend; Konische, abwechselnd;Convulsionen sind heftig stoßweise; Catalepfle; Epilepsie. (S. dieseArt.) Herzklopfen, Stammeln, Brustkrämpfe, St. Veitstanz,Starrkrampf, das sardonische Lachen u. s. w. Die sogenanntenNervenmenschen, deren Nervensystem besonders empfindlich und de-ren Muskelsystem schwach ist, sind daher denKrämpfen am meistenunterworfen, z. B. Kinder, zarte Frauenzimmer, kränkliche, hy-pochondrische Männer. Krampfstillende Mittel sind theils solche,welche den unordentlichen Wirkungen des Nerven auf die MuskelnGränzen setzen, indem ihre Wirkung die Thätigkeit desselben über-haupt herabsetzt, regulirt und beschränkt, theils in Stärkung desMuskelsystems. Wenige Mittel wirken jedoch nicht nur allein undunmittelbar auf die Nerven, sondern auch zugleich erhitzend aufdasWlutsystem. Es war vor nicht langer Zeit eine Periode, da manalles Krampf nannte, was Schmerz erregte, und oft verleitetwurde, hitzige krampfstillende Mittel zu gebrauche», wo ^in ent-zündlicher Zustand obwaltete, der durch solche Mittel verschlimmertwurde. Manche Frauenzimmer schreiben jeden Kopfschmerz, jKeschmerzhafte Empfindung im Innern dem Krämpfe zu, und miß-brauchen die sogenannten krampfstillenden Mittel zu ihrem größtenSchaden. Oft find bei den sogenannten Krumpfen kühlende Sachendie besten krampfstillenden Mittel. ' kl.

Krankenhäuser, sind zunächst zur Aufnahme , Unterhal-tung und möglichen Heilung einer größern oder kleinern Anzahlvon Kranken bestimmt. Meistens wird noch ein andrer Zweck da-mit verbunden, nämlich der Unterricht und die Uebung angehender