Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Krankenhäuser 4Z?

Aerzte, wie z. B. bei den großen Krankenhäusern in Berlin (Cha-rits), in Wien, in Würzburg u. a. m. (S. Hospitäler). Obgleichmit den Krankenhäusern mehrere Nachtheile verbunden sind, dienicht allemal vermieden werden können, so haben doch auch dieVortheile, welche sie gewähren, und das Bedürfniß ihre Errich-tung und Erhaltung nothwendig gemacht. Eben darum aber, weildie Noth die Ursache zur Entstehung der meisten Krankenbäuserwar, konnten viele Mangelhaftigkeiten bei der ersten Stiftungund Einrichtung derselben nicht vermieden werden, und wenn auchin der Folge durch Vergrößerungen und Verbesserungen den mei-sten Mängeln abgeholfen wurde, so konnten doch selten die Fehlerder ersten Anlage ganz ausgemerzt werden. Daher findet man, soviele Krankenhäuser es auch giebt, vielleicht, kaum einige wenige,welche den Erfordernissen vollkommen entsprechen. Es müssen beider Anlage eines Krankenhauses besonders folgende Regeln beobach-tet werden: i) Es muß an einem freien, luftigen, trockenen undhinlänglich großen Platze gebauet werden, der fließendes Wasser inder Nahe, oder wenigstens Brunnenwasser in Ueberfluß hat. Kran-kenhäuser, die in engen Plätzen, vom beständigen Luftwechsel abge-schnitten, sumpfig stehen, oder Mangel an Wasser leiden, führennicht nur die größten Unbequemlichkeiten bei sich, sondern werdenauch durch Berderbniß der Luft, Mangel an Reinlichkeit, dieschlimmsten Brutnester fauliger, bösartiger und anstcckenderKrank-heiten, ja eher Mördergruben für die Kranken sowohl als dieAerzte und andern Personen, die um sie seyn müssen, als Tempelder Heilkunst. Bei dem Bau selbst muß alles vermieden werden,was dem Zweck des Krankenhauses zuwider wirkt. Die Steinemüssen trocken und fest, nicht dem Salpetcrfraß unterworfen seyn,welches die Mauern feucht und kältend macht. Die Kosten fürunnöthige äußere Verzierungen verwende man lieber auf innereBequemlichkeit. Im Innern überhaupt muß hinlänglich weitläuf-tiger Raum seyn, damit die Kranken nicht zu enge beisammenwohnen und gehörige Lüftung des Ganzen möglich bleibt. DieLesen müssen gehörig, zur gleichmäßigen Erwärmung vertheiltseyn, die Krankenstuben müssen nicht nach der Wetterseite gerichtet,nicht zu enge und nicht zu niedrig seyn, die Geräthe müssen vonhartem Holze verfertigt, die Betten von Eisen seyn, und bei derübrigen Möblirung alles von Wolle vermieden werden, weil inwollenen Zeugen sich die Ansteckungsstoffc leichter festhängen. DieAbtheilungen der Kranken müssen von einander gehörig abgeson-dert, die ansteckenden getrennt seyn, die Kranken selbst nicht zusehr angehäuft, und die Zahl der Aerzte, Chirurgen und Kranken-wärter in Verhältniß mit der Menge der Kranken seyn; auchmüssen sie gehörig belohnt werden, damit der Staat ihnen die Be-sorgung der Kranken nicht als Frohndienst auflege, sondern dieordentliche Besorgung derKranken mit Recht verlangen kann. End-lich dürfte auch die Art der zu versorgenden Kranken nicht zu ver-schieden seyn, weil Eins das Andere stört. So taugt es nicht,wenn ein und dasselbe Krankenhaus, noch dazu in einem beschränk-ten Raume, auch Wahnsinnige, Gesunde zur bloßen Versorgung,Schwangere, aufnehmen soll. Es wäre besser, diese verschiedenenAnstalten abgesondert, zu errichten, selbst unter den Kranken diebloß chirurgischen, die venerischen und krätzigen, abgesondert juversorgen. Einige der vornehmsten Krankenhäuser in Europa sind