Krankenhäuser 439
vordere Breite 110, die Länge 186 wiener Klafter hält. Alle Ge-bäude sind 2 Stockwerke hoch, ausgenommen einige, welche deren
3 haben. Das Thor hat 2 Thorwarter als Wache; man kommtdurch dasselbe in den ersten Hof, der mit Alleen und einem Spring-brunnen versehen ist. Unter dem ganzen Gebäude läuft in einemCanale Wasser zur Wegnahme des Unraths weg. Hinter dem er-sten Hofe sind noch 6 andere, eben so verzierte, hinter diesen dersogenannte Lollthurm, zur Aufnahme der Wahnsinnigen, danebendas Militärhospital. Alle Flügel und Theile des Hosvitals sindoben und unten zu Krankenzimmern eingerichtet. Der rechte Flü-gel im ersten großen Hofe enthält die Wohnungen für Aerzte,Wundärzte und andere Beamte, für die Kanzlei und Apotheke.Die Eingänge zu den Krankenstuben, die sämmtlich in den innernHöfen angelegt sind, sind numerirt, ihre Thüren zeigen die Num-mern der Krankcnzimner, zu welchen sie führen, und die Nummernder Betten, welche diese enthalten. Je zwei Krankenzimmer sindmit einer Küche versehen. Die Abtritte sind in unterirdische Ca-näle abgeleitet. Ueber den Thüren der Krankenzimmer sind Fen-ster angebracht, an deren einer Seite eine Uhr, an der andernSeite eine Laterne befindlich ist. Die meisten Krankenzimmer ent-halten ig bis 20 und mehr, einige 40 bis 5 o, die größten bis gc»Betten Mittelst vieler Ventilatoren, und der Fenster- und Thür-öffnungen wird in allen Krankenstuben hinlänglich für Luftwechselgesorgt. Bei den Krankenbetten steht ein Tisch mit der Arzenei,dem Trinkgeschirr u. s. w. In die Mauern sind Behältnisse fürdieNachtstühle angebracht, welche sorgfältig.verwahrt sind; Kran-ke, die nicht aufstehen können, bekommen dergleichen Stühle arrdas Bette gebracht. Noch steht in jedem Krankenzimmer ein lan-ger Tisch, und ein großes kupfernes Waschbecken mit ernerKuppel,worin beständig frisches Wasser erhalten wird. Ueber jedem Kran-kenbette hängt eine schwarze hölzerne Tafel mit der Nummer desZimmers, des Bettes, dem Namen des Kranken, dessen Eintritts-tage, derVerordnung u. s. w. Das Krankenhaus enthält 86 Kran-kenzimmer, in welchen etwa 1488 Betten sind. 4 Zimmer, jedesmit 27 Betten, sind für die Neconvalescenten bestimmt. In Allemkönnen an 2000 Kranke aufgenommen werden. Die Abtheilung derKranken richtet sich nach den Krankheiten; diejenigen, welche et-was bezahlen können, genießen nach Verhältniß etwas mehr Be-quemlichkeit. Unheilbare werden nicht aufgenommen, sondern indie besondern Siechhäuser gebracht. Außer dem Director, welchereinen jährlichen Gehalt von 3 ooo st. hat, sind noch 4 Aerzte alsPrimarärzte angestellt, von denen 2 freie Wohnung und Heizung>m Krankenhause, und 1000 st., 2, die in der Sladt wohnen,6°o st. bekommen. Jeder derselben hat noch einen untergeordnetenArzt und 2 bis 3 Gehülfen, welche freie Wohnung im Spital,Holz, und 5 o„ st. bekommen. Die Krankenvisiten finden Vormit-tags von 7 bis 8, oder von 8 bis 9 Uhr, Nachmittags von 3 bis
4 Uhr statt. Die Secundarärzte haben das erste Examen der an-gekommenen Kranken, die vorläufige Ordination, das Aufschreibender Verordnungen und Rezepte der Primarärzte, die Ueberschrist
Tafeln, die Speisetabellen, die Aufsicht über die Bertheilungver Medicamente und Speisen, die Führung des Journals überoen Verlauf der Krankheit, zu besorgen. Für die chirurgischenKranken sind 5 Lbcrchirurgen, der erste mit rZoc, st. Gehalt, die