Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
Seite
440
JPEG-Download
 

440 Krankenhäuser Krankheit

andern mit 800 fl., Wohnung und Holz; ihnen untergeordnet sind7 Unterchirurgcn, 10 Gehülfen und eine Anzahl angestellter Practikanten. Auf einem Zimmer mit 20 Betten werfe» 3 Krankenwärtergehalten, auf den größern nach Verhältniß mehr. Der erste be-kommt monatlich ro fl. ohne Kost, die andern 9 fl. Außerdem sind4 Hausvätcr als Aufseher, mit 200 bis 400 fl. Gehalt angestellt.Sie erhalten alle Materialien von dem Verwalter, und übergebensolche dem ersten Krankenwärter. Was die Kranken mitbringen,verwahren sie in besondern numerirten Behältern, deren so vielals Krankenbetten auf den Böden angebracht sind. Drei Speise-wirthe sorgen für die Kost, und liefern selbige bis auf die Kran-kenstuben an die ersten Krankenwärter zur Vertheilung aus. DieDiät ist in schwache Portionen, viertel-, drittel-, halbe und ganzePortionen eingetheilt und die ganzen Portionen sind für die Be-zahlenden nach Verhältniß etwas besser eingerichtet. Das Hospi-tal hat seine eigene Apotheke mil 4 Receptertischen, 1 Provisor,6 Gehülfen, unter welche die Krankenzimmer getheilt sind, einLaboratorium mit 6 Laboranten. Die monatlichen Rechnungenwerden durch 6 beeidigte Apotheker in der Stadt nachgesehen undvidimirt. Die Kanzlei besteht aus 1 Oberverwalter mit iroo fl.,1 ('Regenschreiber mit 8oc> fl., und 9 andern Schreibern. Sie füh-ren zugleich über die Kranken, deren Aufnahme, Entlassung, Lebenund Tod, die Register. Zum Transport der Kranke» sind 6 Trä-ger, jeder mit 120 fl. Gehalt, zu den häuslichen Verrichtungen 8Hausknechte, außer diesen noch 2 Lodtengräber angestellt. —'DasEntbindungshaus begreift den ganzen rechten Seitenflügel der Hin-tern Höfe. Niemand wird hier zugelassen, als nur die zur War-tung gehörigen Personen. Jede Schwangere findet hier zu jederStunde des Tages und der Nacht Aufnahme, ohne nach ihrem Na-men und Stande, oder nach dem Namen des Vaters gefragt zuwerden. Sie hat bloß ihren wahren Namen in einem Zettel ver-siegelt niederzulegen, damit, im Fall sie stirbt, ihr Lodtenschemausgefertigt werden kann, nimmt aber auch diesen Zettel wiedermir, wenn sie beim Leben bleibt. Sie können verschleiert oderselbst verlarvt im Hause seyn. Dieses hat 4 Abtheilungen, einevon 12 Zimmern für Einzelne, die andere 2 Zimmer für 20 Schwan-gere und 2 für 18 Wöchnerinnen eingerichtet; die dritte 2 Zimmerfür 20 Schwangere und r für 20 Wöchnerinnen; die vierte ist fürdie urmen zur unentgeldlichen Verpflegung. — Da aus dem bis-herigen schon die Einrichtung der Krankenhäuser einigermaßen ein-zusehen ist, so übergehen wir die große Menge der übrigen, unterdenen viele bedeutende und ebenfalls vortrefflich eingerichtete sind,z. V. die CharitL in Berlin, das Senkenbergische Hospital inFrankfurt a. M., das Juliushospital in Würzburg u. a. K-Krankheit, ist derjenige Zustand des lebenden Organismus,da die Harmonie der Verrichtungen der einzelnen Theile zur Er-haltung des Ganzen gestört ist. Jede Krankheit trübt all» dirIdee des Lrganismus. Nicht jede Abweichung derselben in derRealität erscheint jedoch als Krankheit, «.vergl. d. Art. Gesundheit)sondern es gehört dazu, datz sie in der Verrichtung der zur Erhal-tung des Lebens bestimmten Organe eine Störung vermische.Man kann daher auch die Krankheit als eine Abweichung von derrelativen Gesundheit bestimmen. Jede Krankheit bedroht demnachdas Leben, mehr oder weniger, je nachdem dicAbweichung in einem