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Krankheit
Kräuterabdrücke
von verändert?»! Stande der Kräfte, sondern auch solche an, welchevon Verdorbenheit der Säfte herrührten, (s. Humoralpathologie).Krankheitsanlage, ist die' hervorstechende Neigung zu irgendeiner besondern Abweichung von der relativen Gesundheit. Sie istalso noch nicht Krankheit selbst, kann aber nach gleicher Einwir-kung einer Schädlichkeit, leichter in diese übergehen, als bei einemandern Menschen, der die Krankheitsanlage nicht hat. Wer z. B.eine schwache Brust und reizbare Lungen hat, kann sich immer da-bei relativ gesund befinden, jedoch wird er bei kalter feuchter Lusteher von Catarrh oder einer andern Brustkrankhcit befallen wer-den, als bei Andern der Fall seyn würde. — Krankheitsur-sachen enthalten den Grund der wirklichen Ausbildung und Er-scheinung der Krankheit. Man unterscheidet dabei die nächste Ur-sache, welche in derjenigen Abweichung von der Gesundheit besteht,die den vollständigen Grund aller andern darauf folgenden in sichcnrhält; die entfernten Ursachen, welche in solchen schädlichen Ein-wirkungen auf den Körper bestehen, die theils, die erste Abwei-chung setzen, theils zum Uebergang aus der Krankhcitsanlage inwirkliche Krankheit Veranlassung geben. Bon der Gelbsucht z. B.setzt man als die nächste Ursache rückgängige Bewegung der Galleaus den Gallengänaen der Leber und der Gallenblase in das BlutAls entfernte Ursachen können verschiedene Einflüsse wirken, großeHitze, welche die zu häufige Absonderung der Galle befördern, Zorn,welcher die Reizbarkeit der Leber erhöht, und krampfhafte Ver-schließung des Ausgangs der Gallengänge, oder zu häufige Ergie-siung der Galle in den Magen bewirken kann. — Krankherts-erscheinungen (Symptome) sind die sinnlich wahrnehmbarenAusdrücke der Krankheit. — Krankheitsform ist die Reihevon Erscheinungen in und an dem Körper, wodurch sich die Krank-heit äußerlich offenbart, und von allen andern unterscheidet. Diesesind theils zugleich vorhanden, theils folgen sie in bestimmter Ord-nung auf einander «.successive Symptome) nach den Gesetzen desOrganismus, nach dem Zusammenhange der Organe und Systemein demselben, und ihrer Wechselwirkung auf einander. — In soferndie Krankhertsform bei jedem Menschen durch dessen individuelleConstitution, Anlage und eigene Verhältnisse modisicirt wird, ent-steht der einzelne Krankheitsfall. Unter Kränklichkeitversteht man den Zustand, der zwischen Anlage und Ausbruch einerKrankheit mitten inne schwebt. kk.
Krater, s. Vulkane.
Kräuterabdrücke erhält man, wenn die getrocknetenPflanzen mit Kicnruß überstrichen und auf Papier abgedruckt wer-den. Diese Kunst ward zu Anfange des 16. Jahrhunderts von demPseudonymen Schriftsteller Alexius Pedemontanus, den man mitI. Jac. Wecker, der 1686 starb, für eine und dieselbe Person hält,bekannt gemacht. Auch Hieronymus Cardanus, der um 1676 starb,soll diese Kunst gelehrt haben, und der nun verstorbene ProfessorEaier besaß eine Sammlung solcher Pflanzenabdrücke aus dem 16.Jahrhunderte. Hcssel, der 1707 in America die Pflanzen selbst zuden Typen oder Abdrücken in botanischen Werken gebrauchte, istalso nicht der erste Erfinder dieser Kunst. Der Profesior Kniephoflegte 1727 (1728) mit Hülfe des Buchdruckers Funke zu Erfurt dieerste ordentliche Druckerei an, worin auf Schreibpapier schwarzePflanzenabdrücke von natürlichen Pflanzen geliefert wurden. Diese