Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Krauterkunde Krebsschaden 44z

Arbeit blieb aber liegen, als eine Feuersbrunst die BesitzungenKnicphofs 17Z6 in Alche gelegt' hatte. Der Buchdrucker Trampeverbesserte darauf mit Hülfe des Professors Ludwig den Kräuter-druck und beide gaben 12 Centurien von Abdrücken heraus. ImJähre 1-7-8 verfertigte der Engländer Kirnhals die ersten Pflan-zenabdrucke mit bunten Farben, welche Kunst 17Z4 von Seuter zuAugsburg wiederholt wurde. Der Doctor Junghans zu Halle hatnachher die Mittel entdeckt, fast alle Pflanzen (die zu weichen aus-genommen) so abzudrucken, daß sie zum allerwenigsten wirklichenKupferstichen an die Leite gesetzt werden können, und viel wohl-feiler und doch natürlicher als diese sind.

Kräuterkunde gehört als Hülfswissenschaft zur Arzenei-kunde, und zwar in die Lehre von den Arzeneimitteln. Wir un-terscheiden deswegen die besondere Kräuterkunde, in medicinischerRücksicht, von der allgemeinen, der wir den Namen Botanik lassenwollen, und rechnen zu jener bloß die Summe von botanischenKenntnissen, deren der Arzt, als solcher, zu seiner vollkommenenAusbildung bedarf. Der Botaniker von Profession muß den gan-zen Umfang dieser Wissenschaft inye haben, dazu gehört, bei derjetzigen Ausbreitung und Höhe derselben, ein Menschenleben beinaheausschließlich. Der Arzt, welcher die Botanik zu seinem Haupt-studium machen wollte, würde daher seiner harmonischen Ausbil-dung sehr schaden, da die Ärzencikunde selbst für sich eben so vielZeit erfordert. Die medicinische Kräuterkunde besteht daher inder historischen Kenntniß derjenigen Pflanzen, die einen Beitragzu den Heilmitteln liefern, in der Kenntniß der Physik der Pflan-zen. in soweit sie dazu dient, den organischen Bau desselben mitdem der Thiere zu vergleichen, und die Gesetze des organischen Le-bens ju erläutern. Eben so wie aber der Arzc in allen andernFächern seines Wissens immer fortschreiten muß, ist es auch noth-wendig, daß er dieß in der Kräuterkunde verhältnißmäßigthue, daher in steter Bekanntschaft mit dieser Wissenschaft bleibe,und die Resultate der Bemühungen und Forschungen der Botanikerkennen lerne. (S. über das Weitere d. Art. Botanik.) tt.

Krebsschaden, ein eigenartiges, höchst bösartiges Ge-schwür, dessen Entstehung in einer Drüse, oder in drüsigte» Thei-len sta.- findet, von da aber auch auf andere Theile sich fortvflan-zen kann. Der Ursprung des Krebses ist meistens in verhärteten(ftirrhösen) Drüsen, doch darf man deswegen nicht jede Drüsenge-schwulst als Anlage zum Krebs fürchten, denn es giebt auch der-gleichen, die ohne Nachtheil sind, und sich leicht wieder zertheilenlassen. Entstehen in veralteten Scirryen plötzliche Schmerzen undStiche, so ist der Uebergang in Krebs zu befürchten, und mannennt es den verborgenen Krebs. Dabei wird die Verhärtunggroßer, es lausen blaue aufgetriebene Adern um die Geschwulstherum, welche von ihrem Ansehen (besonders auf einer Brust)wahrscheinlich zu dem Namen Veranlassung gegeben haben. Brichtdie Geschwulst auf und bildet sich ein um sich fressendes, sehrschmerzhaftes, leicht blutendes und mit vielen Auswüchsen, dieschnell emporkommen, versehenes, sehr übelriechendes Geschwür, soheißt duß der offene Krebs. Zur Entstehung des verborgenen Krcb-

Awbt oft äußere Verletzung der Drüsen, Stoßen, Druck oderuceibeii, die erste Veranlassung, doch kann auch eigenthümliche Er-zeugung des Krebsgistes und Absatz derselben Statt finde». Im