Band 
Fünfter Band. Von I bis L.
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Kreuzzüge 449

ihren bedrängten Bräbern beizustehen. Der Papst eröffnete die imZ. 1093 zu Piacenza gehaltene Kirchenversammlung, was ihmChristus durch Peter den Eremiten habe sagen lassen, ließ die Ge-sandten des griechischen Kaisers Alexius den traurigen Zustand derChristenheit im Mvrgenlande schildern und bewog viele zu demVersprechen, den bedrängten Brudern im Mvrgenlande Hülse zubringen. Roch größer war die Bewegung, welche er auf der imI. 1096 zu Clermont veranstalteten Kirchenversammlung, wo Ab-geordnete aller Rationen zugegen waren, hervorbrachte. Er begei-sterte die ganze Versammlung für seinen Plan, daß sie, nachdemer ihr das Elend der morgenländischen Christen geschildert hatte,einstimmig ausrief; Gott will es! Noch im I. 1096 zogen un-zählbare Heeresschaaren auf verschiedenen Wegen aus. Viele die-ser Schaaren aber, welchen alle Disciplin mangelte, wurden in denLändern, durch welche ihr Weg sie führte, aufgerieben, ehe sienoch Constantinopel, welches man zum allgemeinen Sammelplätzebestimmt hatte, erreichten. Ein wohldisciplinirtes, auserlesenesHeer von 80,000 Mann aber führten Gottfried von Bouillon, Her-zog von Riederlothringen, Hugo, der Bruder des Königs von Frank-reich Philipp, Balduin, Gottfrieds Bruder, Robert von Flandern,Raimund von Toulouse, Boemund, Tancred von Apulien und an-dere Helden. Mit diesem Heere zogen diese kriegserfahrnen Führerdurch Deutschland und Ungarn, setzten über die Meerenge von Gal-liopoli, eroberten im I. -097 Nicäa, im I. 1098 Antiochien undEdeffa und endlich im I. 109g Jerusalem selbst. Gottfriedward der erste König von Jerusalem, starb aber schon im I. ,100.Der Ruf von der Eroberung Jerusalems entflammte den Enthu-siasmus aufs Neue; im I. 1102 brach eine Masse von 260,000Menschen aus Europa auf, welche aber theils aufdem Wege, theilsdurch das Schwert des Sultans von Konia umkamen. Auch wur-den von den Genueser» und andern schifffahrenden Völkern Seezügeunternommen. Einen zweiten großen und regelmäßig geleitetenKreuzzug veranlaßte der Verlust von Edessa, welches die Sarace-nen im I. 1142 einnahmen. Die Nachricht von diesem Verlusteerregte große Bestürzung in Europa, und man befürchtete, auchdie übrigen Besitzungen und Jerusalem selbst würde wieder verlo-ren gehen. Darum ermähnte der Papst Eugen klk., unterstütztdurch den heiligen Bernhard von Clairvaux, den Kaiser Conrad Hl.und den König von Frankreich, Ludwig Vkl. das Kreuz zu neh-men. Beide Fürsten zogen im 1 .1147 mit zahlreichen Heeren aus;ihr Unternehmen aber hatte keinen glücklichen Erfolg und sie muß-ten das Königreich Jerusalem in einem schwächer» Zustande, alssie es gefunden hatten, verlassen. Als der Sultan Saladin im I."87 den Christen Jerusalem wieder entrissen hatte, flammte derEnthusiasmus in Europa höher auf, als selbst zu Anfange derKreuzzüge, und die Beherrscher der drei europäischen Hauptreiche,der Kaiser Friedrich l., Philipp August, König von Frankreich,und Richard l., König von England, entschlossen sich, persönlichHeere gegen die Ungläubigen zu führen. Friedrichs Unternehmenindeß hatte keinen glücklichen Erfolg, den Königen Frankreich undEngland aber gelang es» Acre oder Ptolomais zu erobern, welchesbis zur völligen Beendigung der Kreuzzügo das Bollwerk der Chri-sten im Oriente blieb. Dem deutschen Helden, Friedrich H., wel-cher im I. 1223 genöthiget war, von dem Papste, der ihn verderbenL«nr. Lex. M. Anst.) K- sg